Seewiesen/London (dpa) - Unbelehrbare Fledermäuse versuchen immer wieder erfolglos, Metall zu trinken - weil sie sich auf ihre Ohren mehr verlassen als auf alle anderen Sinnesorgane. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie im oberbayerischen Seewiesen herausgefunden.

Die Tiere verwechseln demnach durch die täuschend ähnlichen Ultraschall-Reflexionen viele glatte horizontale Flächen mit Wasser - außer Metall auch Plastik oder Holz, wie die Gruppe um Stefan Greif im Fachblatt «Nature Communications» berichtet.

Grund ist, dass es in der Natur außer Wasser keine anderen derart glatten und reflektierenden Flächen gibt. Das führt dazu, dass die Fledermäuse von ihrer Echolot-Navigation in die Irre geführt werden. Die Forscher untersuchten 15 Arten und stellten fest, dass die Tiere wiederholt versuchten, von den glatten Flächen zu trinken. Und sie fanden heraus, dass die akustische Wahrnehmung von Wasser bei Fledermäusen angeboren ist und sich nicht durch andere Sinne wie Sehen, Riechen oder Berühren überlisten lässt.