Düsseldorf (dpa) - Borussia Dortmund steht in der Europa League mit dem Rücken zur Wand, für den VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen steht das Tor zur K.o.-Runde weit offen.

Dem BVB droht mit einer Niederlage bei Paris St. Germain das Aus, den Schwaben könnte ein Punkt beim FC Getafe zum Einzug in die nächste Runde reichen, die Werkself hätte nach einem Sieg gegen Aris Saloniki alle Trümpfe in der Hand.

Nur vier Tage nach dem Sieg im nationalen Spitzenspiel beim FSV Mainz 05 steht für die BVB-Profis bei Tabellenführer Paris die nächste Reifeprüfung an. Die schlechte Ausgangslage vor der Partie am Donnerstag kann Torhüter Roman Weidenfeller nicht schrecken: «Wir haben in dieser Saison bereits gezeigt, dass wir Top-Partien für uns entscheiden können. Das ist ein Endspiel.»

Angesichts der Konstellation in der Gruppe J steht der BVB im Parc des Princes mächtig unter Zugzwang. Als Dritter liegt der BVB mit nur vier Zählern hinter Paris (7 Punkte) und Sevilla (6) zurück. Mittelfeldstratege Nuri Sahin gab die Richtung vor: «Wir müssen aus den letzten drei Gruppenspielen sechs Punkte holen, sonst sind wir weg vom Fenster. Wir wollen in der Europa League überwintern.» Optimistisch, dass das klappt, ist auch Sportdirektor Michael Zorc: «Auswärts haben wir bisher immer einen Schlüssel gefunden.»

Sorgen anderer Art hat der VfB Stuttgart. Denn selten kam eine große Chance so ungelegen: Schon mit einem Unentschieden beim FC Getafe könnte Jens Keller den bislang größten Erfolg seiner jungen Cheftrainer-Karriere feiern. Doch bei der angespannten Lage des Vereins ist dieses Spiel aber auch für ihn eher eine lästige Pflicht.

Die Spanien-Reise droht dem VfB viel Kraft und Konzentration für die wichtigere Bundesliga-Aufgabe am Sonntag gegen Werder Bremen zu kosten. «Wir müssen es nehmen, wie es kommt. Wir können das Spiel ja nicht absagen», meinte Keller. «Und wir wollen das Weiterkommen in der Europa League natürlich schon jetzt klarmachen.»

In Getafe wollen sich die Stuttgarter neben dem Weiterkommen auch «Selbstvertrauen für die Liga» holen, wie ihr Trainer sagte. Bei den Siegen gegen Bern (3:0) und im Hinspiel (1:0) klappte das gut, drei Tage nach dem 2:1 in Odense verlor der VfB aber gleich wieder gegen Eintracht Frankfurt.