Schlaffe US-Konjunktur: Notenbank öffnet wohl wieder Geldschleusen

Washington (dpa) - Konjunkturschub per Notenpresse: Angesichts des kraftlosen US-Aufschwungs haben Märkte und Analysten am Mittwoch eine neue Runde geldpolitischer Lockerung von der US-Notenbank erwartet. Es wurde damit gerechnet, dass die Federal Reserve (Fed) zunächst für etwa 500 Milliarden Dollar über sechs Monate verteilt Staatsanleihen kauft. Ziel des Manövers ist, Kreditzinsen zu senken, um auf diese Weise die Nachfrage von Bürgern und Unternehmen anzukurbeln. Nach einer zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed wurde gegen 19.15 Uhr MEZ eine Mitteilung der Zentralbank erwartet. Der neuerliche Einsatz der sogenannten Quantitativen Lockerung war in den vergangenen Wochen angesichts enttäuschender Konjunkturdaten immer wahrscheinlicher geworden.

Halbzeit-Bilanz im Dax: Unternehmen verdoppeln Gewinne

Berlin (dpa) - Deutschlands große börsennotierte Konzerne haben die Wirtschaftskrise hinter sich gelassen und steuern im dritten Quartal wieder klar auf Erfolgskurs. Ihre Gewinne könnten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unterm Strich sogar verdoppelt haben. Dies lässt sich zur «Halbzeit» der Berichtssaison aus den Zahlen von 14 der 30 im Leitindex Dax notierten Unternehmen ablesen. Deren Umsätze legten nach dpa-Berechnungen im Schnitt um 21 Prozent zu, bei der Zahl der weltweit Beschäftigten verzeichneten die Unternehmen hingegen nur ein kleines Plus von drei Prozent. Die Ergebnisse nach Steuern der 14 Konzerne explodierten um 103 Prozent.

OECD warnt vor anhaltend hohen Arbeitslosenzahlen

Paris (dpa) - Hohe Schuldenberge der Regierungen und hohe Arbeitslosenzahlen prägen weiter die Wirtschaft der Industriestaaten, die langsamer als erhofft aus der tiefsten Krise der Nachkriegsgeschichte kommen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris sagt etwa den USA fürs nächste Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum zwischen 1,75 und und 2,25 Prozent voraus. Für den gesamten OECD-Raum rechnen die Konjunkturforscher mit einem Wert zwischen 2,0 und 2,5 Prozent. Die Schätzung für die Eurozone liege bei 1,5 bis 2,0 Prozent Wachstum, teilte die OECD am Mittwoch mit.

Wachstum der Chemieindustrie schwächt sich ab