Mainz/Berlin (dpa) - Die zahlungsunfähige Mutter des Kabelnetzbetreibers Primacom bekommt den Berliner Anwalt Hartwig Albers als vorläufigen Insolvenzverwalter. Das teilte der Vorstand der Primacom AG am Mittwoch in Mainz mit.

Von der Insolvenz ist lediglich die Mutter betroffen - nicht jedoch die für den operativen Betrieb zuständigen Tochtergesellschaften. Der vom Amtsgericht Charlottenburg bestellte Albers war zunächst nicht zu erreichen. Die AG drücken Schulden in Höhe von 340 Millionen Euro. Die Hauptanteilseigner um die Investmentgesellschaft Escaline aus Luxemburg hatten sich am Montag nicht mit den Banken einigen können und daher Insolvenz angemeldet.

Nach einem Bericht des IT- Portals «Heise Online» hatten die Kreditgeber zuletzt 29 Millionen Euro gefordert, welche die Primacom AG nicht bedienen konnte.

Sie hält 100 Prozent an der Primacom Management GmbH, der Holding für das operative Geschäft mit etwa 30 operativen Gesellschaften. Die Gläubiger der AG haben eine Bank damit beauftragt, die Anteile der AG an der GmbH am 5. Juli in Berlin zu versteigern. Als denkbar gilt, dass die Kreditgeber selbst ein Angebot abgeben oder dass sie sich vorher mit den Anteilseignern einigen und deren Anteile übernehmen.

Die 473 Mitarbeiter zählende Gruppe hatte im ersten Quartal dieses Jahres einen Umsatz von 28,02 Millionen Euro gemeldet, sechs Prozent mehr als im ersten Quartal 2009. Das Unternehmen versorgt nach eigenen Angaben etwa 700 000 Haushalte - vor allem in Ostdeutschland.