Musik Tegan and Sara begeistern in Frankfurt
Frankfurt/Main (dpa) - «Bis ans Ende aller Tage» wollen Tegan und Sara Quin nach der Liebe suchen. Und noch als Greisinnen werden die Singer-Songwriter-Zwillingsschwestern Liebe exzessiv diskutieren, wie sie meinen.
Noch sind sie erst 29 und lassen praktisch jedes Lied ihrer nun mehr sechs Alben von Liebe handeln. Mal im weitesten Sinne, häufig über die quälenden Seiten. Und meistens sehr klug. «Call It Off» ist so ein Lied, das Tegan am Montagabend beim einzigen Deutschlandkonzert der Indie-Band dem Frankfurter Publikum geradezu entgegenschreit. Sie verfasste es, als sie sich dabei ertappte, wie sie einer Verflossenen bei MySpace hinterherstalkte.
Tegan and Sara (so der Bandname) sind Lesben. Das sind sie zwar gern - sie hatten auch schon einen Gastauftritt in der TV-Serie «The L Word» (eine Art «Sex and the City» mit Lesben), wollen aber in keiner Schublade landen.
«Es ist sehr von Gestern, zu glauben, dass etwas, das von Homosexuellen geschrieben wurde, nur Homosexuelle verstehen», sagt Sara der Nachrichtenagentur dpa. Aber nach zwölf Jahren Karriere und großen Erfolgen - vor allem in Nordamerika und Australien - gebe es auch in der Berichterstattung inzwischen eine «Balance». Sie werden nicht mehr reduziert darauf, die lesbischen Zwillinge zu sein. Sara: «Wir hatten das Gefühl, dass unsere Arbeit als Musikerinnen früher entwertet wurde.»
Sara ist die acht Minuten Jüngere der beiden, sie lebt in Montréal, ihre Schwester in Vancouver, knapp 4600 Kilometer entfernt. Beide betonen zwar, dass sie auch gemeinsame Interessen haben (Bücher lesen, Vampire, Schiffe, Haare, Schuhe, Hotdogs, Yoga sowie mit älteren Leuten sprechen und mit ihnen Beziehungen eingehen), aber ansonsten - Eineiigkeit hin oder her - Individuen sind.
Sara ist die etwas weiblichere, ruhigere und sentimentalere der beiden. Ihre kurzen Haare sind etwas glatter als Tegans, und ihre Tattoos schwarz. Tegans Tattoos sind bunt und reichen bis zu den Unterarmen herunter. Wenn die beiden kleinen Frauen auf der Bühne stehen, dann wirkt Sara noch zarter und ihre Gitarre etwas zu groß. Tegan hat ein Kinn-Piercing, ihr Haar ist noch ein bisschen asymmetrischer und wilder.
Unter den rund 900 Fans in der seit Wochen ausverkauften Frankfurter Spielstätte Mousonturm tummeln sich am Montagabend zig stylishe, junge Lesben, die als Look-alikes (Doppelgänger) ihrer Idole daherkommen.
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- Datum 22.06.2010 - 12:50 Uhr
- Quelle dpa
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