FRANKFURT (dpa-AFX) - Positive Signale aus dem Bankensystem in Europa und eher enttäuschende US-Konjunkturdaten haben den Euro <EURUS.FX1> am Donnerstag wieder über die Marke von 1,24 US-Dollar getrieben. In der Spitze kletterte die Gemeinschaftswährung am späten Nachmittag bis auf 1,2473 Dollar. Das waren zweieinhalb Cent mehr als am Morgen. Grund für die Erholung war insbesondere die Erleichterung über die nur gedämpfte Nachfrage der Banken nach frischem Zentralbankgeld. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,2328 (Mittwoch: 1,2271) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8112 (0,8149) Euro.

"Der glimpfliche Verlauf beim Ende des Ein-Jahres-Tenders der EZB ist der entscheidende Faktor", sagte Devisenexperte Thomas Amend vom Bankhaus HSBC Trinkaus. Die Not der Banken sei offenbar nicht mehr ganz so groß wie zuletzt befürchtet. Die Befürchtung, die Banken könnten wegen des Auslaufens des in der Krise bereitgestellten Spezial-Tenders Liquiditätsschwierigkeiten bekommen, verflog weiter. Nachdem bereits am Vortag die Nachfrage bei einem EZB-Geschäft mit drei Monaten Laufzeit weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, waren auch Kurzläufer am Donnerstag nicht so stark wie erwartet gefragt. "Insgesamt zeigt sich, dass die europäischen Banken nicht mehr mit dem Rücken zur Wand stehen", sagte DekaBank-Experte Karsten Junius. Die EZB sammelte am Donnerstag die Rekordsumme von 442 Milliarden Euro bei den Banken ein.

Zusätzlich gestützt wurde der Euro laut Amend durch eher enttäuschende US-Konjunkturdaten. So trübte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe im Juni überraschend stark ein und auch die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten enttäuschten. "Der Arbeitsmarkt ist noch nicht über dem Berg", sagte Amend mit Blick auf die Daten. Die Juni-Daten veröffentlicht das Arbeitsministerium am Freitag. Enttäuschende Daten könnten dem Euro zusätzlichen Auftrieb verleihen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,82215 (0,81745) britische Pfund <GBPVS.FX1>, 108,14 (108,79) japanische Yen <JPYVS.FX1> und 1,3178 (1,3283) Schweizer Franken <CHFVS.FX1> fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.234,00 ( 1.244,00) Dollar gefixt. Der Kilobarren Gold kostete 32.140,00 (32.664,75) Euro.