Berlin (dpa) - So heiß war es Anfang Juli seit Jahren nicht mehr - die Hitzewelle erreicht am Wochenende mit bis zu 37 Grad ihren Höhepunkt. Es wird schwül, bei vielen wird der Schweiß nur so rinnen.

Einige Regionen erleben seltene tropische Nächte. Davon spricht man, wenn die Temperaturen auch im Dunklen nicht unter 20 Grad sinken.

Aber bereits am Samstagnachmittag, wenn Deutschland im Viertelfinale der Fußball-WM gegen Argentinien spielt, ist im Westen und Süden mit ersten Gewittern zu rechnen. «Das kann auch die Fußballfans beim Public Viewing treffen», sagte Meteorologe Ansgar Engel vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Schon am Donnerstag galt für fast ganz Deutschland eine Hitzewarnung. Nur die Ostseeküste und der Brocken im Harz blieben ausgespart. Mit dem Ferienbeginn in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland droht im Südwesten der Republik ein weiteres Stauwochenende.

Negative Folgen der Hitze: hohe Ozonwerte, die bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen oder Atemwegsbeschwerden auslösen können. Die Warnschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird voraussichtlich in vielen Orten überschritten. Die Entstehung von bodennahem Ozon wird durch hohe Lufttemperaturen und starke Sonneneinstrahlung begünstigt.

Für weite Teile des völlig ausgetrockneten Ostens wurde die höchste Waldbrand-Warnstufe fünf ausgerufen. Behörden warnen angesichts der Hitzewelle auch im Westen vor leichtsinnigem Grillen im Grünen. Der Boden sei staubtrocken, das Gras verdorrt, die Brandgefahr groß, sagte Franz-Josef Gövert vom Grünflächenamt der nordrhein-westfälischen Stadt Münster. «Zurzeit kann schon der kleinste unbemerkte Funkenflug verheerende Folgen haben.»

Sorgen bereitet die Hitze auch im Zusammenhang mit den hunderttausenden Pflegebedürftigen. Sie seien darauf angewiesen, dass ihre Pfleger sie mit ausreichend Flüssigkeit versorgen. Das gelte für Pflegeheime, aber auch für Menschen, die von Angehörigen versorgt werden, hieß es zum Beispiel von der AOK Baden-Württemberg.