Pretoria (dpa) - Auf seiner Playstation hat Spiele-Freak Lionel Messi schon unzählige WM-Tore erzielt, auf dem Platz wartet der Superstar noch auf sein erstes persönliches Erfolgserlebnis in Südafrika.

«Hoffentlich gelingt es gegen Deutschland», sagte der weltbeste Fußballer vor seinem 50. Länderspiel und hofft dabei auf «Gottes Hilfe». Für Deutschlands junge «Boy Group» soll Messi nicht zum Alptraum werden. «Alle Offensivleute sind bärenstark. Messi kann man nur im Kollektiv stoppen», warnte Innenverteidiger Arne Friedrich vor dem Viertelfinal-Knaller gegen Argentinien, in dem wieder Zauber-Dinge vom Mini-«Gaucho» erwartet werden.

Aber manchmal muss Messi auch im eigenen Team gebremst werden. Als er zwei Tage vor dem Spiel zum Training erschien, schickte ihn Trainer Diego Maradona zurück ins Zimmer. Der Dribbel-König hat einen grippalen Infekt und sollte sich schon, hieß es. Auf dem Weg zu neuen Kunststücken will er sich allerdings nicht aufhalten lassen.

«Es gibt Leute, die behaupten, im Fußball wäre alles schon einmal dagewesen. Ich sage: Jeden Tag zeigt Lionel uns etwas, was noch niemand gesehen hat», sagte sein Barcelona-Kollege Gerard Piqué einmal über den 1,69 Meter kleinen Mann. Ein würdiger Nachfolger seines Trainers Diego Maradona ist er allemal. Manche sagen sogar, er wird noch besser werden. «Natürlich ist er ein überragender Spieler, den man nur mit der gesamten Mannschaft stoppen kann», betonte DFB- Kapitän Philipp Lahm.

Messi und Deutschland - das waren bislang noch keine glücklichen Begegnungen für den Inspirations-Fußballer. Vor vier Jahren bei der WM schmorte der damalige Teenager gefrustet auf der Bank. Sein erster Länderspiel-Kontakt mit einem Deutschen verlief ähnlich unerfreulich: Zu seinem Debüt war Messi im August 2005 gegen Ungarn eingewechselt worden; 40 Sekunden später sah er wegen einer Tätlichkeit vom deutschen Schiedsrichter Markus Merk die Rote Karte.

Doch der Platzverweis gilt nur als Ausrutscher. Klaglos nimmt «Lio», der bereits mit 13 Jahren beim großen FC Barcelona anheuerte und dort wegen seiner Wachstumsstörungen behandelt wurde, die vielen Fouls hin. Meckereien gibt es keine von dem zurückhaltenden kleinen Mann. Schüchtern und leise spricht er, spektakuläre Aussagen macht er keine. Er lässt sein Spiel sprechen. Unzufriedenheit über schlechte Leistungen oder eben sein WM-Schusspech sind Messi ebenso wenig anzusehen wie die unbändige Freude über seinen Spieltrieb.

Wenngleich der 47-malige Saisontorschütze des FC Barcelona noch viel mehr kann, verzückte Argentiniens Mittelfeldfloh auch ohne eigenen WM-Treffer am Kap schon die Fans in Südafrika. «Die Argentinier haben enorm viele Stärken», betonte Bundestrainer Joachim Löw - und meinte vor allem Messi. «Wenn er einmal am Ball ist, ist er nicht mehr zu stoppen. Er ist mit Abstand der beste Spieler in der Welt», schwärmte Arsenal-Coach Arsene Wenger und schloss an: «Messi ist wie eine Playstation.»