London (dpa) - Titelverteidigerin Serena Williams hat im Gegensatz zu Roger Federer den Ansturm der «jungen Wilden» unbeschadet überstanden und greift nach ihrem vierten Titel in Wimbledon. Die Weltranglisten-Erste gewann in der Vorschlussrunde in London gegen Petra Kvitova mit 7:6 (7:5), 6:2.

Die US-Amerikanerin musste allerdings kämpfen, ehe sie den mutigen Ansturm von Kvitova abgewehrt und auch den zweiten Vergleich mit der Tschechin nach den Australian Open Anfang des Jahres gewonnen hatte. «Das war gar nicht einfach heute. Wir hatten fantastische Ballwechsel. Ich fühle mich vom Glück verwöhnt», sagte Serena Williams, die mit 80 Assen schon jetzt so viele wie noch keine Spielerin vor ihr auf dem Heiligen Rasen geschlagen hat.

In ihrem sechsten Finale bei den All England Championships trifft die 28-Jährige auf die drei Jahre jüngere Vera Zwonarewa. Die Russin beendete den Siegeszug der Bulgarin Zwetana Pironkowa mit 3:6, 6:3, 6:2. Von den bislang sechs Vergleichen gegen Serena hat sie nur einen gewonnen.

Die 20-jährige Kvitova hatte sich für ihr erstes Grand-Slam-Halbfinale Verstärkung aus der Heimat mitgebracht. Jan Kodes, der 1973 in Wimbledon triumphiert hatte, saß auf der Tribüne. Doch den Beistand hatte die Weltranglisten-62. überhaupt nicht nötig. Vor allem mit ihren couragierten Angriffen am Netz brachte sie die wuchtige Titelverteidigerin ein ums andere Mal in Schwierigkeiten. Doch im entscheidenden Moment kam es wie erwartet: Serena Williams erhöhte Tempo und Phonstärke und zog in ihr 16. Grand-Slam-Endspiel ein, von denen sie 12 gewann.

«Ich habe noch gar nicht realisiert, dass ich in meinem ersten Grand-Slam-Finale stehe. Ein Traum ist wahr geworden», sagte die an Nummer 21 gesetzte Zwonarewa. Nach verlorenem ersten Satz drehte sie gegen die in der Weltrangliste nur an Position 82 geführte Pironkowa auf, und ließ der ersten Bulgarien in einem Grand-Slam-Halbfinale fortan keine Chance mehr. Vor dem finalen Höhepunkt gegen Serena Williams ist ihr nicht bange: «Ich glaube immer an mich und dass ich alles kann.» Pironkowa musste sich nach dem Coup gegen Venus Williams verabschieden: «Zu Hause war ich in den Top-Nachrichten. Das war ein großer Erfolg für das Tennis bei uns.»