Buenos Aires/Washington (dpa) - Der Hurrikan «Alex» hat am Donnerstag mit Sturm und Regen in Nordostmexiko schwere Schäden angerichtet. Nach unbestätigten Angaben starben in Mexiko mindestens vier Menschen. Zuvor waren in weiter südlich gelegenen Ländern schon zehn Menschen ums Leben gekommen.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 Kilometern pro Stunde peitschte der Wirbelsturm meterhohe Wellen gegen die Küsten, entwurzelte Bäume und riss Hausdächer davon. Heftige Regenfälle setzten Straßen und Häuser unter Wasser. «Alex» war der erste Wirbelsturm seit 1995, der so früh im Jahr auftrat. Zwar beginnt die Hurrikansaison offiziell am 1. Juni und endet am 30. November, aber normalerweise wird die Region erst ab August von den verheerenden Stürmen heimgesucht.

Über Land schwächte sich «Alex» jedoch nach Angaben des US-Hurrikanwarnzentrums (NHC) in Miami (Florida) schnell zu einem Tropensturm ab. In den nächsten Tagen werde er sich ganz auflösen.

Der Süden des US-Bundesstaates Texas wurde ebenfalls von Orkanwinden und Regen heimgesucht. In Mexiko waren mehr als 7000 Bewohner küstennaher Regionen ins Landesinnere in Sicherheit gebracht worden. Auch die Bekämpfung der Ölpest im Golf von Mexiko wurde beeinträchtigt. Das Auge des Sturms traf in der Gemeinde Soto de la Marina, 24 Kilometer südlich des mexikanischen Ortes Punta de Piedra und etwa 180 Kilometer südlich von der texanischen Stadt Brownsville auf Land.

Die Auswirkungen an Land waren beträchtlich. Mexikanische Medien berichteten von einem Mann, der in Monterrey von einer umstürzenden Mauer erschlagen wurde. Weitere drei Menschen kamen nach diesen Angaben bei dem Einsturz einer Mauer in dem Ort Pie de la Cuesta in der Nähe von Acapulco ums Leben. Zahlreiche Straßen und Häuser wurden unter Wasser gesetzt. Im Bundesstaat Tamaulipas im Nordosten Mexikos fiel in einigen Orten der Strom aus, tausende Menschen brachten sich in Schutzräumen in Sicherheit, Schulen wurden geschlossen.

In Texas suchten etwa 1000 Menschen Zuflucht. In Brownsville seien rund 40 Straßen überflutet worden, berichtete der Fernsehsender CNN. US-Präsident Barack Obama hatte schon am Vortag vorsorglich für Texas den Notstand ausgerufen, damit im Notfall rasch Hilfe ins Hurrikangebiet fließen kann.

Auch für den Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko stellt der Hurrikan eine ernste Gefahr dar. «Alex» war zwar auf dem Festland weit entfernt vom Bohrloch unterwegs, aus dem das Öl seit nunmehr zehn Wochen ins Wasser sprudelt. Dennoch mussten die Arbeiten, den Ölfluss einzudämmen, vorübergehend eingeschränkt werden. Außerdem könnten hohe Wellen die Ölbarrieren vor der Küste beschädigen.