Hamburg (dpa) - Lässig schlendert Dirk Nowitzki durch die Hotel-Lobby in Hamburg. Hier ein Scherz mit Elias Harris, dort ein kurzer Schnack mit Robin Benzing. Deutschlands Basketball-Superstar ist mittendrin - doch bei der WM in der Türkei auch tatsächlich dabei?

«Ich hätte schon Lust, die Jungs machen Spaß», antwortet der 32- Jährige auf die Frage, ob er vom 28. August bis 12. September bei den Titelkämpfen am Bosporus wieder das deutsche Nationaltrikot überstreifen wird.

Die Entscheidung über eine Rückkehr ins Nationalteam ist noch nicht gefallen. Im Laufe dieser Woche will der Würzburger bekanntgeben, ob er nach einem Jahr Pause wieder in die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) zurückkehrt. «Es macht keinen Sinn, das jetzt noch länger hinzuziehen, schließlich müsste ich für den Fall, dass ich die WM spiele, ja auch bald wieder mit dem Training beginnen», sagt Nowitzki, der seit dem Playoffaus mit den Dallas Mavericks vor neun Wochen keinen Basketball mehr in der Hand gehabt hat.

Statt noch ein paar Wochen die Hände in den Schoß zu legen stünden dann wieder schweißtreibende Einheiten mit seinem Mentor und Berater Holger Geschwindner an, voraussichtlich beim Supercup in Bamberg würde der Ausnahmesportler Mitte August zum Team stoßen, das sich ohne ihn auf den Weg ins Trainingslager nach Mallorca machen wird.

«Wenn er dabei ist, sollte er in Bamberg einsteigen, schließlich müssen sich die anderen ja auch erst an das Spiel mit ihm gewöhnen», sagt Bundestrainer Dirk Bauermann. Der Nationalcoach gibt sich aber zurückhaltend, was die Chancen für ein Mitwirken seines Superstars angeht. «Ich habe ein klein wenig ein komisches Gefühl», sagt Bauermann.

Optimistischer klingt da schon Nowitzkis Berater Geschwindner. «Es ist noch ein bisschen Papierkram zu erledigen, dann fällt eine Entscheidung», sagt der Vertraute des Blondschopfes. Zunächst einmal wird Nowitzki in den nächsten Tagen seinen neuen Vierjahresvertrag bei den Dallas Mavericks unterschreiben. 80 Millionen bringt ihm der Kontrakt ein, bei dem er sogar noch auf ein paar Millionen verzichtet, damit der Club neue Spieler verpflichten kann. Zurück nach Texas fliegt Nowitzki dafür nicht. Die «Mavs» wollten das Halten ihres Kapitäns mit einer großen Show zelebrieren, Nowitzki ist dafür nicht zu haben. «Das muss nicht sein», sagt Deutschlands Vorzeige-Basketballer.

Die große Bühne ist seine Sache nicht. Das Spektakel, das LeBron James um seinen Wechsel von den Cleveland Cavaliers zu den Miami Heat gemacht hat, stößt bei ihm deshalb auf Unverständnis. «Diese Art und Weise finde ich fragwürdig», sagt Nowitzki über Superstar James, der seine Zukunftsentscheidung in einer Fernseh-Sondersendung verkündete.