Silverstone (dpa) - Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, 60 000 Tickets schon verkauft und die deutschen Hauptdarsteller freuen sich auf «großes Kino» vor heimischer Kulisse in Hockenheim am 25. Juli.

«Es wird in diesem Jahr in meinen Augen noch etwas obendrauf geben und noch besonderer werden», meinte Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher mit Blick auf den Grand Prix von Deutschland auf dem Hockenheimring. Der 41-Jährige schwärmte von den jeher «berauschenden» Rennen dort. Sein Teamkollege Nico Rosberg pflichtete ihm bei: «Als Mercedes-Pilot im Silberpfeil auf den Hockenheimring zu kommen - besser geht es nicht.»

Wo einst zu Schumachers Ferrari-Zeiten die «Rotkäppchen» auf den Camping- und Parkplätzen dominierten, dürfte sich in zwei Wochen die Farbauswahl ändern. Dank der «deutschen Formel-1-Nationalmannschaft» mit Schumacher und Rosberg, WM-Titelkandidat Sebastian Vettel (Red Bull), Adrian Sutil (Force India), Timo Glock (Virgin) und Nico Hülkenberg (Williams) wird eher Schwarz-Rot-Gold überwiegen.

Und was gebe es Schöneres als einen deutschen Gewinner auf dem Traditionskurs in Nordbaden? «Wir werden nicht ganz in der Position sein, um Siege mitzufahren», bremste allerdings der derzeit leidgeprüfte Schumacher zu hohe Erwartungen an sich und sein Mercedes-Team.

Ob mit oder ohne Siegchance - die Fans werden vor allem wegen des Rückkehrers kommen. Allein seine Comeback-Bestätigung einen Tag vor Weihnachten hatte den Hockenheimring-Verantwortlichen einen echten Segen beschert. Danach flachte die Nachfrage ab. Zu Saisonbeginn im März waren 45 000 Karten über den Ladentisch gegangen. Derzeit sind insgesamt 60 000 Tickets verkauft. Mit weiteren 5000 wird gerechnet.

Das würde eine leichte Steigerung bedeuten im Vergleich zum Tiefstand von 62 000 Zuschauern beim bislang letzten Rennen, das wegen des jährlichen Wechsels mit dem Nürburgring 2008 ausgefahren worden war. Gelingt allein die Einstellung der Zahl, schreibt die Hockenheimring GmbH diesmal keine Roten Zahlen in Sachen Formel 1 - ein Ergebnis des neuen Vertrags mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone. Dieser Kontrakt hatte erst das Überleben der «Königsklasse» in der beschaulichen Stadt gesichert.

Die Fahrer freut's. «Da werden mehr Gäste, mehr Sponsoren sein. Das sollte mir auch einen kleinen Push geben», befand Sutil von Force India. Dass das Augenmerk vor allem auf Vettel und Schumacher gerichtet sein wird, die erstmals auf einer deutschen Strecke in einem Formel-1-Wagen gegeneinander antreten werden, sieht Sutil eher als Herausforderung. «Ich versuche ein gutes Renen zu fahren, und vielleicht jubeln die Leute dann ja mir zu», meinte er.