Mailand (dpa) - Der italienische Fußballverband (FIGC) hat Inter Mailands Präsident Massimo Moratti für drei Monate gesperrt. Er soll mit dem Clubchef des FC Genua, Enrico Preziosi, nicht ordnungsgemäß über die Verpflichtung von Thiago Motta und Diego Milito verhandelt haben.

Beim Champions-League-Sieger löste das Urteil Empörung aus. «Ich fühle mich in keiner Weise schuldig», betonte Moratti. Die Disziplinarkommission des FIGC warf ihm vor, Ende Mai vergangenen Jahres mit Preziosi verhandelt zu haben. Preziosi habe zu dem Zeitpunkt keine keine Geschäftserlaubnis besessen, so der FIGC.

Nach Morattis Aussage hat Preziosi die damals zwischen den Managern beider Clubs ordnungsgemäß laufenden Transferverhandlungen bei einem Arbeitsfrühstück der beiden Unternehmer lediglich am Rande erwähnt. Von einer Vertragsverhandlung habe keine Rede sein können.

«Das Gericht hat unsere Erklärung jedoch gar nicht zur Kenntnis nehmen wollen», schimpfte Moratti. Der Öl-Magnat warf dem FIGC vor, seinen Club gezielt zu benachteiligen. In ähnlichen Verfahren waren bislang nur Sperren von 15 bis 20 Tagen verhängt worden. Inter prüft nun einen Einspruch gegen das Urteil, das auch eine Geldstrafe von 45.000 Euro vorsieht.

Preziosi wurde mit einer Sperre von sechs Monaten und 90 000 Euro Geldstrafe belegt. Der Genua-Boss ist bereits wegen Unregelmäßigkeiten bei seinem Ex-Club Como in der Saison 2003/2004 zu einer Sperre von fünf Jahren verurteilt. Die im Sommer 2009 vollzogenen Wechsel von Thiago Motta und Diego Milito zu Inter beanstandete das Gericht nicht.