Umwelt Report: Trotz aller Ölkatastrophen wenig gelerntSeite 2/2
Delfine, Wale und Fische können Öl in der Regel riechen und wegschwimmen, sagt Gerdts, der Mitglied der Expertengruppe «Folgen von Schadstoffunfällen» des Bundesumweltministeriums ist. «Aber wenn sich das Öl verteilt und in verschiedenen Tiefen einschichtet, haben die ein Problem.» Ein Teil des Öls im Meer könne langfristig auf den Meeresboden sinken. «Und ich vermute, dass es dort über Jahrhunderte liegen bleibt, weil es dann Asphalt wird.» Wirklich problematisch sei das Öl jedoch an Land.
«Beim Unglück der Exxon Valdez (1989/Alaska) konnte man das Öl runterschrubben, aber das Mississippi-Delta hat eine hohe Oberfläche. Da wüsste ich nicht, wie man es anders machen sollte, als die betroffenen Gebiete zu roden», sagt Gerdts. «Es wird sicherlich keinen Sinn machen, die einzelnen Pflanzen abzuputzen.» Besonders problematisch sei das auch für Vögel oder Alligatoren, die mit den giftigen, klebrigen Ölresten in Kontakt kämen.
Jernelöv fordert ein offenes Informationssystem möglichst unter Leitung der UN-Umweltprogramms UNEP, um aus Ölkatastrophen zu lernen. Noch blieben viele Daten unter Verschluss. Auch sein Report der Ixtoc-Ölkatastrophe von 1979, der den Pemex-Konzern kritisiere, sei nie komplett veröffentlicht worden. Insgesamt müsse zudem die Sicherheitstechnik verbessert werden, schreibt Jernelöv, der nun am Institut für Zukunftsforschung in Stockholm arbeitet: «Der effektivste Weg um Schäden zu vermindern ist, sicherzustellen, dass solche Unglücke nicht passieren.»
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- Datum 16.07.2010 - 15:38 Uhr
- Quelle dpa
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