Buenos Aires (dpa) - Die Zukunft von Diego Maradona als argentinischer Nationaltrainer bleibt offen. Bei einem Treffen mit dem nationalen Fußball-Verbandschef Julio Grondona hat der 49-Jährige Medienberichten zufolge keine Einigung über die Fortsetzung seines Engagements erzielt.

Das berichtete der TV-Sender «America 24». Ob dies bedeute, dass Maradona sein Amt als Nationaltrainer niederlegt, war offen. Weder Maradona noch Grondona gaben Erklärungen ab. Ihre Mienen waren eher finster.

«Das Treffen ist zu Ende, das Rätsel geht weiter», titelte die Zeitung «La Nacion» auf ihrer Homepage unmittelbar nach der gut zweistündigen Unterredung. Maradona hatte Grondona zuvor Bedingungen gestellt. «Wenn sie an den Zeugwart ran wollen, wenn sie an den Masseur ran wollen, bin ich weg», sagte er. Lust, das Amt weiterzuführen und mit den Leuten zu arbeiten, die er möge, habe er, beteuerte Maradona vor dem Treffen.

«Es hängt davon ab, was Grondona sagt und ob er akzeptiert, was ich will», sagte er ebenfalls vor dem Gespräch mit dem mächtigen AFA-Chef, der Maradona vor knapp zwei Jahren den Posten übertragen hatte, dem Sender «America TV». Neben Alejandro Mancuso soll auch Hector Enrique weiter in seinem Trainerstab arbeiten. Beide standen Maradona bereits in Südafrika zur Seite. Mancuso ist ein alter Kumpel, mit Enrique gewann Maradona 1986 den WM-Titel. Er habe auch mit den Spielern gesprochen, betonte Maradona: Er habe deren Unterstützung.

Ein geplantes Treffen zwischen Grondona und dem exzentrisch- emotionalen Trainer war in der vergangenen Woche gescheitert. Maradona reiste mit Mancuso auf Einladung zu Staatspräsident Hugo Chavez nach Venezuela.

Seit dem Ausscheiden bei der WM in Südafrika durch das 0:4 im Viertelfinale gegen Deutschland herrscht nun im Land des zweimaligen Weltmeisters Unklarheit: Bleibt Maradona oder geht er? Bei der Rückkehr nach Buenos Aires, wo Zehntausende ihn und seine Mannschaft feierten, sprach er von einem Kreis, der sich geschlossen habe. Doch schon bald wurde die Tendenz deutlich, dass er das Amt weiter ausüben möchte. Zumal der nationale Verband seinen Wunsch zum Ausdruck brachte, eigentlich mit dem auch von der aktuellen Regierung mit Wohlwollen gesehenen Maradona die WM 2014 im Land des Erzrivalen Brasilien in Angriff nehmen zu wollen.

Grondona hatte grundsätzlich angedeutet, dass Maradona bis einschließlich der WM 2014 in Brasilien Nationaltrainer sein könne. Aber es gebe Bedingungen, über die geredet werden müsse. Vor allem bei den Assistenten müsse es Änderungen geben, hatte es geheißen.