Zürich (dpa) - Die Schweizer Großbank UBS kommt mit zunehmender Geschwindigkeit aus der schwersten Krise ihrer Geschichte. Zwischen April und Ende Juni verbuchte die Bank den dritten Quartalsgewinn in Folge.

Mit zwei Milliarden Schweizer Franken (rund 1,47 Mrd Euro) fiel der Gewinn zudem höher aus, als Experten erwartet hatten. Die Bank konnte darüber hinaus den zuletzt sehr hohen Abfluss von Kundengeldern verringern.

Bankchef Oswald Grübel zeigte sich optimistischer als zuletzt: «Für unsere Zukunft sind wir zuversichtlich», sagte er am Dienstag in Zürich. Allerdings will die Bank für 2010 weiterhin keine Dividende zahlen.

Mit Skepsis betrachtet die UBS den wirtschaftlichen Aufschwung. «Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der globalen wirtschaftlichen Erholung könnten dazu führen, dass die Märkte volatil und ohne klar erkennbare Richtung agieren», warnt das Management. Dies würde in allen Bereichen der Bank dazu führen, dass sich die Kunden mit Geschäften zurückhielten.

Die verwalteten Vermögen gingen bereits zur Jahresmitte zurück, daher dürften die Einkünfte im Portfolio-Management in nächster Zeit geringer ausfallen als im zweiten Quartal.

Insgesamt verdiente die UBS in der Zeit von April bis Juni zwar etwas weniger als im ersten Quartal, aber deutlich mehr als von Experten erwartet. Der Abfluss von Kundengeldern reduzierte sich von 18 auf 4,7 Milliarden Franken.

Zulegen konnte die Investmentbank: Ihr Vorsteuergewinn kletterte um zehn Prozent auf 1,3 Milliarden Franken. In der Sparte Vermögensverwaltung und Swiss Bank blieb die UBS mit 1,13 Milliarden Franken knapp unter dem Vorjahreswert. Die Vermögensverwaltung Amerika geriet wegen hoher Umstrukturierungskosten mit 67 Millionen Franken in die roten Zahlen. Die Sonderaufwendungen herausgerechnet legte der Vorsteuergewinn der Sparte hingegen zu.