Absatz Schwellenländer bringen HeidelbergCement in Schwung
Heidelberg (dpa) - Die Geschäfte des Baustoffkonzerns HeidelbergCement laufen wieder. Nach einem verlustreichen Auftaktquartal zogen Umsatz und operatives Ergebnis im zweiten Jahresviertel vor allem dank boomender Schwellenländer deutlich an.
Zudem profitierte der Dax-Neuling vom milliardenschweren US-Konjunkturprogramm. «Die Nachfrage nach unseren Baustoffen hat sich im zweiten Quartal deutlich verbessert», sagte Unternehmenschef Bernd Scheifele am Freitag während einer Telefonkonferenz - und momentan sei kein Trendabbruch zu sehen.
Der Umsatz kletterte von April bis Juni um 9,5 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Deutlich mehr umsetzen konnte HeidelbergCement in Asien, Afrika und Nordamerika, aber auch in West- und Nordeuropa, rückläufig war Osteuropa.
Operativ wuchs der Gewinn von April bis Juni um 10,4 Prozent auf 492 Millionen Euro. Im Auftaktquartal hatte der Baustoffkonzern wegen des strengen Winters in Europa und Nordamerika einen operativen Verlust von 18 Millionen Euro geschrieben. Unter dem Strich ging der Gewinn aufgrund von Restrukturierungs- und Refinanzierungskosten auf 120 Millionen Euro zurück, nach 333 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Die Aktie büßte bis zum Nachmittag 2,58 Prozent auf 38,97 Euro ein und rutschte damit an das Dax-Ende. Börsianer sprachen von gemischt ausgefallenen Zahlen. Während Umsatz und operatives Ergebnis über den Erwartungen der Analysten lagen, fiel der Gewinn unter dem Strich deutlich schwächer aus.
Für das gesamte Geschäftsjahr peilt HeidelbergCement nach den schweren Umsatz- und Ergebniseinbrüchen im Krisenjahr 2009 wieder Zuwächse an. Umsatz, Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie der Überschuss sollen steigen. Dabei erwartet der HeidelbergCement-Chef weiterhin eine «spürbare positive» Geschäftsentwicklung in den Regionen Asien-Pazifik sowie Afrika- Mittelmeerraum.
Scheifele warnte aber vor zu großer Euphorie: «Es bestehen immer noch Unsicherheiten.» Dabei verwies er auf die zum Teil anhaltend hohe Arbeitslosigkeit sowie die noch unklaren Auswirkung der Konsolidierung der staatlichen Haushalte auf die Infrastrukturausgaben einzelner Länder.
- Datum 30.07.2010 - 16:10 Uhr
- Quelle dpa
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