Berlin (dpa) - Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht zur Rente mit 67 angesichts des drohenden Fachkräftemangels keine Alternative.

«Es stimmt nicht, wie die SPD behauptet, dass wir eine anhaltend schlechte Situation für Ältere auf dem Arbeitsmarkt haben», sagte von der Leyen der «Rheinischen Post». Genau das Gegenteil sei in Zukunft der Fall.

Die Ministerin räumte dabei allerdings ein, dass heute trotz Verbesserungen nur 40 Prozent der 60- bis 64-Jährigen in Arbeit sind. Der Anteil sei aber von einem deutlich niedrigeren Niveau in den vergangenen Jahren um 12 Prozentpunkte gestiegen. «Angesichts der großen Zahl gut ausgebildeter Älterer und des zunehmenden Fachkräftemangels muss man kein Prophet sein, um zu sagen: Dieser deutliche Trend wird anhalten», sagte die Ministerin.

Allerdings sind bei von der Leyens Zahlen auch Mini-Jobs und «prekäre Beschäftigungen» enthalten. Nach Zählung der Bundesagentur für Arbeit waren Ende vergangenen Jahres nur knapp 25 Prozent der 60- bis 65-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Die SPD will die Rente mit 67 solange aussetzen, bis ein größerer Anteil älterer Menschen auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich auch Beschäftigung findet. SPD-Chef Sigmar Gabriel wies in der «tageszeitung» den Eindruck zurück, er streite in dieser Sache mit Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (SPD). «Wir sind uns im Grundsatz völlig einig.»

Schon heute seien die wenigsten Arbeitnehmer bis zum Alter von 65 Jahren beschäftigt. «Deshalb müssen wir zum einen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen länger arbeiten können. Zum anderen brauchen wir flexible Übergänge für die, die das nicht können», sagte Gabriel.

Auch Steinmeier versicherte, es gebe mit Gabriel keinen Streit über die Rentenpolitik. «Wir lassen uns da keinen Grundsatzstreit einreden», sagte er der «Passauer Neuen Presse». «Wir werden in Europa und Deutschland mittelfristig länger arbeiten müssen», sagte Steinmeier. Gabriel weise darauf hin, dass die Menschen auch die Möglichkeit haben müssten, länger zu arbeiten. «Das sind nur zwei Seiten ein und derselben Medaille.»