Frankfurt/Main (dpa) - Gewinnmitnahmen haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag ins Minus gedrückt. Der Dax schloss 1,03 Prozent schwächer bei 6286,25 Punkten. Für den MDax ging es um 1,56 Prozent auf 8553,56 Punkte nach unten, der TecDax verlor 1,28 Prozent auf 765,83 Punkte.

Nachdem der Dax in der vergangenen Woche mehrere neue Jahreshochs markiert habe, fehlten nun weitestgehend die Impulse für weitere Kursanstiege, sagte Händler Udo Becker von der Münchener Privatbank Merck Finck. IG-Markets-Analyst Patrick Pflüger verwies zudem auf schwache US-Konjunkturdaten und die Nervosität der Anleger vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Abend. «Ein Großteil der Anleger bringt nach solchen Zahlen seine Schäfchen lieber ins Trockene.»

Titel der Lufthansa litten ungeachtet guter Verkehrszahlen für den Juli unter Gewinnmitnahmen und büßten 2,03 Prozent auf 12,76 Euro ein. Einziger Gewinner im Dax waren Eon-Papiere mit einem Plus von 0,36 Prozent auf 23,45 Euro. Einem Händler zufolge werden die Titel des Versorgers weiter von der Diskussion über die geplante Brennelementesteuer gestützt, die geringere Belastungen erwarten lasse als ursprünglich erwartet.

Etliche Unternehmen aus der zweiten Reihe legten Quartalszahlen vor. Im MDax brachen Gagfah-Titel um 11,66 Prozent auf 5,79 Euro ein. Das Immobilienunternehmen hatte zwar ein kräftiges Ergebnisplus erwirtschaftet, aber die Quartalsdividende halbiert. Händler zeigten sich enttäuscht. Bei der Hannover Rück stieß die wichtige Kenngröße Schaden-Kosten-Quote auf Kritik, was die Aktien um 6,14 Prozent auf 35,85 Euro sinken ließ.

Der Reiseveranstalter Tui Travel war im zweiten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Das bekamen auch die Aktien des Mutterkonzerns Tui mit Abschlägen von 4,34 Prozent auf 7,93 Euro zu spüren. Mit Verlusten von 1,64 Prozent auf 16,20 Euro reagierten die Anteilsscheine der Aareal Bank auf die Zahlenvorlage. Ein Händler bemängelte, der Gewinn habe nur dank des Verkaufs von Vermögenswerten die Erwartungen übertroffen. Der Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck hatte laut endgültigen Zahlen im ersten Geschäftsquartal seine Verluste verringern können. Operativ hatte er nach Einschätzung der Unicredit aber schwächer als erwartet abgeschnitten. Die Aktien sanken um 2,15 Prozent auf 7,465 Euro.

Für den EuroStoxx 50 ging es um 0,96 Prozent auf 2800,02 Punkte bergab. Die nationalen Leitindizes in Paris und London verzeichneten ebenfalls Verluste. In New York zeigte sich der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss schwächer.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 2,20 Prozent. Der Rentenindex Rex blieb mit 126,91 Punkten ebenfalls unverändert. Der Bund Future sank um 0,05 Prozent auf 129,96 Punkte. Der Kurs des Euro fiel zuletzt auf 1,3089 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3133 (Montag: 1,3253) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7614 (0,7545) Euro.