Budapest (dpa) - Meisterlich waren die Staffelwechsel noch nicht, aber erfolgreich. Auch ohne Superstar Britta Steffen schwammen Daniela Samulski (Essen), Silke Lippok (Pforzheim), Lisa Vitting (Essen) und Daniela Schreiber (Halle/Saale) in Budapest über 4 x 100 Meter zum ersten deutschen EM-Gold.

Teil ihres Erfolgsrezeptes: Ein ausgeklügeltes Training der Wechsel, die auch schon mal in die Hose gehen und zur Disqualifikation führen können. Diesmal lief alles glatt. «Gott sei Dank. Das ist ja immer ein bisschen der Knackpunkt einer Staffel», sagte Schlussschwimmerin Daniela Schreiber.

Die 21-Jährige hatte mit einem tollen Endspurt ihr Team von Platz vier auf eins geführt. «Aber optimal waren die Wechsel noch nicht. Die Beine haben gezittert.»

Seit der Einführung der neuen Startblöcke, die am Ende noch einen Extraaufsatz für einen besseren Abdruck mit dem Fuß haben, hat Bundestrainer Dirk Lange ein extra Wechsel-Training eingeführt. Die Deutschen machen es nun so wie die US-Staffeln bei der WM 2009: Vor dem Absprung holen sie Schwung, in dem sie auf dem Block einen Schritt nach vorn machen und sich mit dem hinten stehenden Fuß von der Schräge abstoßen. Beim «Single-Step-Start» springt der Athlet mit einer höheren Geschwindigkeit ins Wasser.

«Das Risiko ist zwar größer. Aber wir glauben, dass wir durch die neuen Wechsel deutlich schneller sind», sagte Bundestrainer Dirk Lange. «Die Staffeln sind das Rückgrat unserer Mannschaft.»

Daniela Schreiber ist von den Extra-Schichten auch überzeugt. «Das bringt mir auf den ersten 50 Metern sicher drei Zehntel», sagte die 21-Jährige und ergänzte am Morgen nach dem Gold-Coup: «Da ist sicher noch Potenzial nach oben. Wir wollen nun mehrere Weltcups zusammen schwimmen, damit wir auch unter Druck die Wechsel hinbekommen. Im Training klappt das total entspannt.»