Wolfsburg (dpa) - In Turin dreht Fußball-Star Diego einsam seine Runden, doch beim aufstrebenden VW-Club VfL Wolfsburg ist der ehemalige Bremer hoch willkommen. VfL-Manager Dieter Hoeneß soll Juventus nach Medienangaben 15 Millionen Euro und ein Freundschaftsspiel für den Brasilianer geboten haben.

Der 25-jährige Diego ist bei der «alten Dame» Juve ins Abseits geraten. Vom VfL gab es zu einem konkreten Angebot zwar keine Reaktion, doch Hoeneß hatte der Nachrichtenagentur dpa die Gespräche am 9. August bereits bestätigt: «Ich habe heute mit Vertretern von Juventus Turin gesprochen. Zu den Inhalten und Details des Gespräches werde ich aber nichts sagen.»

Offenbar stehen die Chancen nicht schlecht, Ballkünstler Diego nach nur einem Jahr Abstinenz wieder in der Bundesliga zu sehen. Juve will den Brasilianer unbedingt loswerden und schreckt auch vor Mobbing nicht zurück. Noch vor kurzem hatte Diego im Gespräch mit dem «Kicker» beteuert, sich durchbeißen zu wollen. «Ich habe einen Vertrag, bin glücklich in Italien und will unbedingt in Turin bleiben», hatte der Brasilianer gesagt und prompt die Wirklichkeit zu spüren bekommen.

Laut «Tuttosport» durfte Diego schon nicht mehr mit dem Team trainieren, sondern musste mit den ebenfalls vor dem Absprung stehenden Hasan Salihamidzic und Fabio Grosso Laufrunden drehen. Dies wurde als deutliches Signal an Diego gewertet, bei Juve nicht mehr gewünscht zu sein. «Diego trainiert mit den Abgängern», titelte «Tuttosport».

Nach einer schwierigen Saison im Piemont kostet der Brasilianer auch längst nicht mehr die 25 Millionen Euro, die Werder im vergangenen Sommer bekam. Bei Juve konnte der einstige Bremer Fanliebling nicht überzeugen und war im Team alles andere als unumstritten.

Sollte der VfL den Deal hinbekommen, steht Zvjezdan Misimovic in Wolfsburg vor dem Absprung. Der Bosnier ist seit einiger Zeit unzufrieden beim VfL und kokettierte bereits im Frühjahr erstmals mit einem Wechsel zu Schalke 04 und seinem Ex-Trainer Felix Magath. Der ehemalige Wolfsburger Meistercoach gestaltet derzeit Schalke nach seinen Vorstellungen um und ließ vor kurzem durchblicken, noch eine hochkarätige Unterstützung für den neuen Stürmerstar Raúl zu suchen.

Noch äußerte sich in Gelsenkirchen niemand offiziell zu dem Thema, doch Misimovic gilt als Lieblingsschüler Magaths. Allerdings dürfte die Finanzierung des Bosniers für die klammen Knappen schwierig sein. Das Paket einer Verpflichtung Misimovics aus Ablöse und Gehalt wird auf etwa 25 Millionen Euro taxiert.