Berlin (dpa) - Die einstigen Fußball-Mächte Frankreich und England wollen ihren ramponierten Ruf mit neuen Gesichtern wiederherstellen. Für Deutschlands WM-Viertelfinalgegner Argentinien beginnt die Länderspiel-Zeitrechnung nach Diego Maradona.

Und Weltmeister Spanien gibt sich exakt einen Monat nach seinem Triumph fast mit dem kompletten Titelkader im WM-Stadion von 1986 zum 200. Jahrestag der Gründung des Staates Mexiko die Ehre. In Oslo schlägt die Stunde für Frankreich - mit sage und schreibe 13 Debütanten im 22-köpfigen Kader von Neu-Coach Laurent Blanc. «Wir müssen dieses Spiel absolut gewinnen», stellte er unmissverständlich klar. Et voilà: Für das Duell mit den Norwegern mistete Blanc nach allen Regeln der Kunst aus. Niemand aus dem blamablen WM-Aufgebot ist dabei.

Außer Spesen nichts gewesen, hieß es in Südafrika letztlich auch für England. Trainer Fabio Capello betonte vor dem Auftakt zur allmählichen Rehabilitierung: «Ich weiß, was ich falsch gemacht habe. Ich werde versuchen, es für die Europameisterschaft besser zu machen.» Er sortierte die beiden Torhüter David James und Robert Green, Mittelfeldspieler Joe Cole und die Stürmer Peter Crouch und Jermain Defoe aus. Zehn WM-Akteure sind noch dabei. Gegen Ungarn wird der Italiener möglicherweise nun auch Englands Talent Jack Wilshere aufbieten. Mit 18 Jahren und 222 Tagen könnte er im Wembley-Stadion von London der zehntjüngste Nationalspieler der «Three Lions» werden.

Auf der Insel beginnt auch für Argentinien ein neues Kapitel. Maradona ist nach zwei Jahren schon wieder von Bord, interimsweise trainiert dessen Intimfeind Sergio Batista die Auswahl um Weltfußballer Lionel Messi. Der ehemalige Junioren-Coach schielt allerdings auf ein festes Engagement.

Ein Erfolg in Dublin gegen Irland könnte da sicher weiterhelfen, bevor am 7. September in Buenos Aires Spanien zu Gast ist. Und die Iberer, Welt- und Europameister, will sich Batista zum Vorbild nehmen. «Es ist gut, Spaniens System zu kopieren», sagte er und hob vor allem das Spiel des FC Barcelona hervor. «Das möchte ich mehr als alles andere für den argentinischen Fußball», meinte Batista.

Bei Gegner Irland musste Assistenzcoach Marco Tardelli am Dienstag das Training leiten. Sein Chef, Giovanni Trapattoni, wurde in der Nacht ins Krankenhaus gebracht. Seit seiner Ankunft in Irland habe der Italiener bereits über Übelkeit geklagt. In einer Mitteilung des Verbandes hieß es, der 71-Jährige führe sie auf Meeresfrüchte zurück, die er noch in Italien gegessen habe. «Er ist in einer stabilen Verfassung», beruhigte der Verband.

Zum Nachbarschaftsduell kommt es zwischen der Schweiz und Österreich. Wie praktisch alle anderen Auswahltrainer, muss sich auch Ottmar Hitzfeld angesichts des Termins mit personellen Umstellungen begnügen. Unter anderem sagte sein Kapitän Alex Frei für das Match in Klagenfurt ab. Wichtig wird letztlich aber ohnehin nur sein, dass er am 7. September wieder dabei ist. Dann kommt England nach Basel als erster Qualifikationsgegner - und es wird wirklich ernst.