Los Banos (dpa) - Der Klimawandel bedroht die weltweite Reisproduktion. Der Ertrag wird vor allem durch die steigenden Nachttemperaturen beeinträchtigt. Das geht aus einer Studie hervor, die das Internationale Reisforschungsinstitut (IRRI) am Dienstag vorstellte.

Die Ertragssteigerungen seien in manchen Regionen Asiens durch steigende Temperaturen in den vergangenen 25 Jahren bereits um zehn bis 20 Prozent geringer ausgefallen als erwartet, berichtete das Institut. Drei Milliarden Menschen essen täglich Reis. Für Hunderte Millionen ist es das Hauptnahrungsmittel. Sinkende Erträge könnten Hungersnöte auslösen.

Wissenschaftler haben für die neue Studie über sechs Jahre erhobene Daten aus 227 bewässerten Reisfarmen in sechs Ländern Asiens ausgewertet. «Wir haben herausgefunden, dass die Erträge mit steigenden Tagestemperaturen und heißeren Nächten sinken», schreibt der führende Autor der Studie, Jarrod Welch, von der Universität von Kalifornien in San Diego. Steigende Tagestemperaturen erhöhten die Erträge zunächst, doch werde der Effekt durch Ertragseinbrüche wegen höherer Nachttemperaturen mehr als ausradiert.

«Wenn wir die Produktionsmethoden nicht ändern oder neue hitzetolerantere Sorten entwickeln können, wird die Produktion in den nächsten Jahrzehnten sinken», schreibt Welch. Einer seiner Ko-Autoren ist der stellvertretende IRRI-Direktor Achim Dobermann. Das Institut forscht auf seinem Versuchsgelände in Los Banos auf den Philippinen bereits nach Sorten, die Hitze besser aushalten. Die Studie wurde in der US-Fachzeitschrift «Proceedings of the National Academy of Science» (PNAS) veröffentlicht.

Website des Internationalen Reisforschungsinstituts