New York (dpa) - Der Rauswurf von Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd sorgt für Kopfschütteln in der Branche. «Das war die dümmste Personalentscheidung, seitdem die Idioten im Apple-Verwaltungsrat vor vielen Jahren Steve Jobs gefeuert haben», schrieb Larry Ellison in einer E-Mail an die «New York Times».

Ellison ist Chef des Softwareriesen Oracle und gilt als guter Freund von Hurd. «Diese Entscheidung hatte Apple fast zerstört und hätte es auch getan, wenn Steve nicht zurückgekommen wäre und das Unternehmen gerettet hätte.»

Mark Hurd hatte am Freitag seinen Rücktritt erklärt, nachdem der Verwaltungsrat ihn dazu gedrängt hatte. Hurd hatte seine frühere Mitarbeiterin Jodie Fisher nach bisherigem Kenntnisstand des öfteren auf Firmenkosten zum Essen eingeladen, ohne das bei seinen Spesen hinterher anzugeben. Der Chefjustiziar von HP sprach offiziell von einer «engen persönlichen Beziehung» und falschen Abrechnungen. Die Frau bezichtigte Hurd später, sie sexuell belästigt zu haben. Dieser Vorwurf ist mittlerweile entkräftet.

«Indem sie Mark Hurd haben ziehen lassen, hat der Verwaltungsrat von HP nicht im besten Interesse der Mitarbeiter, Anteilseigner, Kunden und Partner gehandelt», schrieb Ellison weiter. Die Aktie war nach dem Rauswurf eingebrochen, rund 8 Milliarden Dollar an Börsenwert gingen verloren. HP war unter Hurd kräftig gewachsen, arbeitete hochprofitabel und schaffte es fast schadlos durch die Wirtschaftskrise. Nun sucht der Verwaltungsrat nach einem passenden Nachfolger.

Bericht der NYT