Düsseldorf/Unna (dpa) - Die WestLB-Eigentümer wollen einen neuen Anlauf für eine Landesbanken-Fusion starten. «Wir sind als Sparkassen für eine Konsolidierung unter den Landesbanken», sagte der Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Rolf Gerlach, am Montagabend in Unna vor Journalisten.

Er verwies zudem auf den Koalitionsvertrag von Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen, dem zufolge Gespräche mit den anderen Landesbanken und deren Eigentümern aufgenommen werden sollen. Nach der Sommerpause werde es intensive Bemühungen geben, um das Thema Landesbanken-Konsolidierung voranzubringen, meinte Gerlach.

Die nordrhein-westfälische Landesbank WestLB muss nach den EU- Auflagen mehrheitlich bis Ende 2011 verkauft werden oder mit einer anderen Landesbank zusammengehen. Der Verkaufsprozess für die WestLB AG soll bereits in den kommenden Wochen starten. Parallel dazu sollen die Chancen für einen Zusammenschluss der WestLB mit einer anderen Landesbank ausgelotet werden. Namen potenzieller Fusionspartner für die WestLB nannte Gerlach aber nicht. Die Sparkassen haben insbesondere Einfluss bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), dem Zentralinstitut DekaBank, der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und der Landesbank Berlin.

Allerdings waren in den vergangenen Jahren mehrere Anläufe zu einem Zusammengehen der WestLB mit der LBBW beziehungsweise mit der Helaba gescheitert. Bei der Variante LBBW hatte die damalige NRW-Landesregierung Bedenken, bei der Variante Helaba waren deren Haupteigentümer, die Sparkassen in Hessen und Thüringen, dagegen. Die Landesbanken sind Zentralbanken für die Sparkassen der jeweiligen Region. Nach mehreren kleinen Fusionen gibt es derzeit noch sieben Landesbank-Konzerne in Deutschland.

«Auch der Bund will eine Landesbanken-Konsolidierung», betonte Gerlach. Die Ankündigung verschiedener Ministerpräsidenten aus dem vergangenen Jahr, bis Ende 2010 Vorschläge zur Landesbanken-Konsolidierung zu machen, werde in den Berliner Ministerien weiterhin sehr ernst genommen - auch wenn es in mehreren Bundesländern nunmehr neue Regierungschefs gibt.

Die nordrhein-westfälische Landesbank war bereits 2007 nach Fehlspekulationen und Anlagen in risikoreiche Papiere in die Krise geraten. Zur Rettung der angeschlagenen WestLB übernahmen das Land Nordrhein-Westfalen und die gut 100 Sparkassen in NRW als Bankeigentümer 2008 milliardenschwere Garantien. Deshalb wurde die Bank zu einem Fall für die europäischen Wettbewerbshüter. Die WestLB hat inzwischen riskante und nicht mehr zum Kerngeschäft zählende Papiere ausgelagert. Der Bund ist bei der WestLB-Kernbank mit einer stillen Einlage von drei Milliarden Euro eingestiegen.

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