Essen (dpa) - Wieder eine neue Frist für Karstadt: Bei der Suche nach einer Lösung für die insolvente Warenhauskette hat das Essener Amtsgericht am Dienstag die Entscheidung über die Annahme des Insolvenzplans ein weiteres Mal vertagt.

Neuer Termin ist der 3. September. Das Gericht gehe davon aus, dass dann eine endgültige Entscheidung ergehen könne, sagte der Sprecher des Amtsgerichts, Gerd Richter. Einziger noch offener Punkt sei die Einigung zwischen dem Investor Nicolas Berggruen und Vermieter Highstreet über die von Berggruen geforderten Mietsenkungen. Alle weiteren Bedingungen für die Bestätigung des Insolvenzplans seien bereits erfüllt, sagte Richter. Berggruen hatte den Kaufvertrag für Karstadt vor zwei Monaten nur unter dem Vorbehalt unterschrieben, dass eine Einigung mit den Vermietern gelingt.

In wesentlichen Punkten hatten sich Berggruen und Highstreet bereits geeinigt. Für die notwendige Zustimmung aller Beteiligten muss jedoch mit einer Frist von 21 Tagen zu einem erneuten Gläubigertreffen eingeladen werden. Eine entsprechende Einladung war bis zum Dienstagnachmittag nach Angaben eines Highstreet-Sprechers noch nicht ergangen.

Mit Berggruen sei vereinbart worden, dass die Einigung mit den Vermietern bereits einen Tag vor dem Gerichtstermin am 2. September vorliegen solle, teilte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg mit. Zuvor hatte die Gläubigerversammlung der Vertagung bereits zugestimmt.

«Alle Beteiligten signalisieren, dass sie sich endlich zu einer abschließenden Lösung durchringen können», so der Insolvenzverwalter. Im Interesse aller Gläubiger müsse das Insolvenzplanverfahren so schnell wie möglich aufgehoben werden. «Dies ist ausschließlich mit dem Vertragspartner Berggruen möglich», so Görg.

Käme es zu keiner Einigung, wäre der von Berggruen unterzeichnete Kaufvertrag ungültig. Das Gericht könnte den Plan nicht annehmen. Dann würde dem Warenhausunternehmen die Zerschlagung drohen.