Wetter Rekordregen bringt Chaos im Westen
Osnabrück/Heidelberg (dpa) - Starker Dauerregen hat in Teilen Deutschlands chaotische Zustände ausgelöst.
Im Großraum Münster- Osnabrück-Bielefeld wurden am Freitag Straßen und Schienen überflutet, Keller standen unter Wasser. Die Stadt Osnabrück und der westfälische Kreis Steinfurt lösten zeitweise Katastrophenalarm aus. In Baden-Württemberg waren rund 7000 Menschen zeitweise ohne Strom.
Trost: Regentief «Cathleen» verzieht sich. Schön wird es allerdings nicht. «Wir werden uns die 20 Grad-Marke von unten ansehen müssen», sagte Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Zunächst ausgesprochene Unwetterwarnungen bis Samstagmorgen hob der DWD auf. Ein heftiges Gewitter über Frankfurt führte am Freitag zu zahlreichen Flugausfällen. Bis zum Abend mussten 21 Flüge gestrichen werden. Bis in die Nacht hinein hatte die Betreibergesellschaft Fraport mit Verspätungen gerechnet.
In der Region Osnabrück sei die Lage nach wie vor ernst, sagte ein Polizeisprecher. Der Katastrophenalarm im Landkreis werde noch nicht aufgehoben, sagte der Leiter des Einsatzstabes, Winfried Wilkens, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa am Abend.
Im Kreis Osnabrück fielen seit Donnerstag in 24 Stunden 130 Liter Regen pro Quadratmeter. «Das ist die vierfache Menge dessen, was üblicherweise in einem Monat runter kommt», sagte Wilkens. «An eine vergleichbare Situation kann sich hier keiner erinnern.» Nach Angaben eines Sprechers des Wetterdienstes Meteomedia fiel dort so viel Regen wie seit mehr als 100 Jahren nicht. «Nie war dort ein August nasser seit Beginn unserer Aufzeichnungen im Jahr 1891», sagte Meteomedia- Experte Andreas Wagner. Auch im westfälischen Steinfurt wurden mit knapp 190 Liter Regen pro Quadratmeter Rekordmengen gemessen.
Im Münsterland und Ostwestfalen fielen in 24 Stunden 100 bis 140 Liter Regen pro Quadratmeter. In den niedersächsischen Landkreisen Grafschaft Bentheim, Emsland, Osnabrück und Schaumburg gingen 100 bis 130 Liter pro Quadratmeter nieder.
Der Ort Stadthagen rund 40 Kilometer westlich von Hannover stand seit Donnerstagabend unter Wasser. Das Stadtgebiet wurde von den Einsatzkräften komplett abgesperrt, weil das Wasser in den Straßen rund 30 Zentimeter und stellenweise höher gestiegen war. In Bad Salzuflen richtete ein Tornado erheblichen Schäden an und deckte zwei Häuser teilweise ab. Zudem wurden Bäume entwurzelt.
- Datum 27.08.2010 - 22:26 Uhr
- Quelle dpa
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