Hermagor (dpa) - Der griechische Nationalspieler Ioannis Amanatidis hat seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Dabei hat der Angreifer vom Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt schwere Vorwürfe gegen den Verband sowie indirekt gegen Nationaltrainer Otto Rehhagel erhoben.

«Ich werde mich einzig und allein auf den Verein konzentrieren und mit der Nationalmannschaft abschließen», sagte der 28-Jährige im Trainingslager im österreichischen Hermagor dem Hessischen Rundfunk. «Einige gute Namen im griechischen Fußball sind zurückgetreten, weil es nicht mit rechten Dingen zugeht. Darauf habe ich keine Lust mehr», sagte Amanatidis weiter.

Der Stürmer hatte im November 2002 unter Rehhagel sein Debüt in der Nationalelf gefeierte und war zuletzt nicht mehr berücksichtigt worden. «Viele Spieler haben in ihren Vereinen nicht gespielt und die Nationalmannschaft benutzt, um sich zu präsentieren. Das gehört sich nicht», prangerte Amanatidis an. Namen nannte er nicht.

«Wenn ich alles ausplaudere, was ich weiß, dann würde eine Bombe hoch gehen», sagte er. Bei neun von zehn Feldspielern habe schon festgestanden, wer spielt. «Egal, welche Leistung sie im Verein zeigen», ergänzte der 35-malige Nationalspieler seine Vorwürfe auch gegen den inzwischen zurückgetretenen Rehhagel, der die Hellenen von 2001 bis 2010 trainiert und zur WM geführt hatte. Für das Turnier in Südafrika hatte der Trainer auf Amanatidis verzichtet.

Der Stürmer hatte erst vor zwei Tagen mit einem Ausraster im Test gegen Udinese Calcio (1:2) in Tolmezzo für Aufregung gesorgt. Im Duell mit dem italienischen Serie-A-Club war er mit einem Gegenspieler aneinandergeraten und soll gesagt haben: «Die wollten uns nur wehtun. Zum Glück konnte ich mich revanchieren bevor ich ausgewechselt wurde. Wir sollten nicht mehr gegen Italiener spielen.»

Der nach zwei Knieoperationen wiedergenesene Amanatidis gehört seit dem Wochenende wieder zum fünfköpfigen Mannschaftsrat der Eintracht. Vor einem Jahr noch hatte Eintracht-Coach Michael Skibbe den Griechen als Mannschaftskapitän abgesetzt. Daraufhin hatte der seinen Rücktritt aus dem Gremium erklärt.

«Alle fünf sind sowohl von ihren spielerischen Fähigkeiten als auch von ihrem Typus dazu geeignet, noch mehr Mitspracherecht in der Mannschaft zu haben», erklärte Skibbe in Hermagor. «Ich bin ganz sicher, dass sich alle für die Mannschaft und den Verein gut einsetzen werden.» Auch Amanatidis.