New York (dpa) - «Rafa gegen Roger» - der ersehnte Showdown der Tennis-Giganten bei den US Open ist zum Greifen nah. Für das Traum-Endspiel von New York müssen Rafael Nadal und Roger Federer aber noch hohe Halbfinalhürden überwinden.

Bislang konnte dem Sturmlauf der beiden Branchenführer im «Big Apple» niemand etwas entgegensetzen. Der Weltranglisten-Erste Nadal buchte mit dem überzeugenden 7:5, 6:3, 6:4-Erfolg gegen seinen spanischen Landsmann Fernando Verdasco das Halbfinale gegen den Russen Michail Juschni. Der fünfmalige US-Open-Champion Federer war bereits am Tag davor leicht und locker in die Vorschlussrunde marschiert. Dort trifft der Schweizer auf den Serben Novak Djokovic, gegen den er zehn von 15 Duellen gewann. Weder Nadal noch Federer haben in ihren fünf bisherigen Spielen in New York einen Satz abgegeben - das hungrige Publikum wittert schon das Wunschfinale.

Zumindest Juschni aber will gegen Nadal den Spielverderber geben. «Ich bin bereit, ein böser Mensch zu sein. In diesem Fall liebe ich diese Rolle», betonte der 28-Jährige. Selbstvertrauen tankte der Moskauer mit seinem Viertelfinal-Sieg im 3:59 Stunden langen Fünfsatz-Krimi gegen Stanislas Wawrinka aus der Schweiz, den er 3:6, 7:6 (9:7), 3:6, 6:3, 6:3 gewann. «Ich will mehr», sagte Juschni.

Schon 2006 hatte er Nadals New-York-Titeltraum im Viertelfinale in vier Sätzen beendet und für schlechte Laune beim Linkshänder gesorgt. «Das tat weh. Ich glaube, ich habe verloren, weil ich damals zu ängstlich war», bekannte der Spanier.

In diesem Spätsommer jedoch spielt der Mann aus Mallorca auf dem schnellen blauen Boden von Flushing Meadows so gut wie noch nie. Gegen Verdasco musste er im ersten Durchgang beim Stand von 1:1 sein erstes Break des Turniers hinnehmen - nach zuvor 62 erfolgreichen Aufschlagspielen in Serie.

Seit dem 26. Januar hat Nadal kein Grand-Slam-Match mehr verloren, ist 19 Spiele auf der ganz großen Bühne unbesiegt. «Dieses Jahr war es wichtig, ausgeruht zu den US Open zu kommen, wenn ich die Chance auf ein gutes Ergebnis haben wollte. Und das hat geklappt. Ich bin im Halbfinale, habe keine Probleme. Das ist sehr positiv», so Nadal.

Und es ist eine neue Situation für ihn. 2008 trat er nach dem Triumph bei den French Open, seinem ersten Sieg in Wimbledon und der Goldmedaille von Peking ausgelaugt in New York an, unterlag im Halbfinale Andy Murray. Im Vorjahr war Nadal an gleicher Stelle gegen einen wie entfesselt aufspielenden späteren Gesamtsieger Juan Martin del Potro überfordert - auch weil er sich mit einer schmerzhaften Bauchmuskelzerrung herumplagte. Jetzt hingegen, seien Kopf und Körper «frischer als sonst.»