Stuttgart (dpa) - Alte Rivalität, neues Gesicht: Das Pflichtspiel-Debüt von Last-Minute-Einkauf Mauro Camoranesi soll dem schwächelnden VfB Stuttgart im Südwest-Derby beim SC Freiburg endlich zum ersten Erfolgserlebnis der Bundesliga-Saison verhelfen.

Denn die hoch ambitionierten Schwaben stehen erstmals in der Vereinsgeschichte vor dem dritten Spieltag noch ohne Zähler da - und somit mächtig unter Druck. «Wir brauchen Punkte», mahnte VfB-Trainer Christian Gross vor der Partie am Samstag eindringlich. Dabei setzt er nicht zuletzt auf Camoranesi. «Ich spüre, dass er mit Stuttgart unbedingt erfolgreich sein will. Das sind optimale Voraussetzungen», sagte Gross über den neuen Star mit der eindrucksvollen Vita: Der Weltmeister von 2006 spielte stolze acht Jahre für Juventus Turin und stand in dieser Zeit unter anderem im Champions-League-Finale (2003).

Nach zwei bisweilen an Hilflosigkeit grenzenden Vorstellungen in Mainz (0:2) und gegen Dortmund (1:3) könnten die Stuttgarter die Ballsicherheit und die Routine des 33-Jährigen auf der rechten Seite gut gebrauchen. «Er ist ein technisch überragender Spieler mit unheimlich viel Erfahrung. Und er hat ein gutes Auge, das ist auch bei ruhenden Bällen wichtig», schwärmte Gross über den nur 1,72 Meter messenden Profi mit dem charakteristischen Haar-Dutt.

Die letzte Entscheidung über den ersten Pflichtspieleinsatz des gebürtigen Argentiniers wollte Gross zwar erst nach dem Abschlusstraining treffen. Aber schon davor hatte der Coach ihn für seine Startaufstellung auf dem Zettel. Von einem Schlag, den er in einem Testspiel in Heidenheim aufs Knie bekommen hatte, habe sich Camoranesi erholt. «Es sieht gut aus», sagte Gross.

Angesichts der traditionellen Brisanz des Derbys muss sich der kleinste VfB-Spieler allerdings gleich auf einen großen Kampf einrichten. «Wir werden sehr, sehr hungrig sein», kündigte Freiburgs Trainer Robin Dutt an. Camoranesi habe er in Heidenheim beobachtet. «Da hat man gesehen, dass der Ball zu seinen näheren Bekannten gehört. Er ist ein sehr verdienter Spieler, ein Weltmeister», lobte Dutt und fügte noch hinzu: «Jetzt schauen wir aber mal, wie er sich auf Bundesliganiveau, auf deutschem Erstligatempo präsentiert. Wir werden ihn trotz seines Status nicht schonen können.»