Düsseldorf (dpa) - Neue Zugnummern der Fußball-Bundesliga sollen das Top-Produkt noch attraktiver machen: Huntelaar und Jurado «auf Schalke», Silvestre und Wesley bei Werder Bremen, Camoranesi beim VfB Stuttgart - das Transfer- Roulette bescherte frische Hochkaräter.

Reizvolle Namen, doch ob sie die Qualität bei ihren neuen Arbeitgebern auch auf dem Rasen schnell umsetzen, muss in der Praxis erst noch bewiesen werden. Der dritte Spieltag wird erste Fingerzeige liefern. Silvestre und Wesley werden ganz schnell in das kalte Erstliga-Wasser geworfen. «Sie haben keine Anpassungsprobleme», sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf, der beide im 99. Süd-Nord-Duell bei Meister Bayern München notgedrungen auf den Rasen schicken muss.

Weil Per Mertesacker und Naldo verletzt ausfallen, soll der Franzose Silvestre mit Sebastian Prödl das neue Duo in der Werder-Innenverteidigung bilden, der Brasilianer Wesley im Mittelfeld Akzente setzen. Auf Bayern-Seite ist einer besonders ehrgeizig: Miroslav Klose. Seit seinem Wechsel von der Weser an die Isar (2007) blieb er in sieben Einsätzen gegen den ehemaligen Club torlos: «Es wird Zeit, dass ich gegen Werder treffe.»

Das tut not, denn der letzte Bayern-Heimsieg (3:1 am 5. November 2005) gegen den Konkurrenten des Pokal-Endspiels liegt lange zurück. Nach dem 0:2 bei Aufsteiger Kaiserslautern steht Louis van Gaals Star-Truppe unter Zugzwang: Mit drei Heimpartien binnen acht Tagen - in der Champions League am Mittwoch gegen AS Rom und in der Liga am Samstag danach gegen den 1. FC Köln - strebt der Titelverteidiger schleunigst einen meisterlichen Rhythmus an.

Bayern-Vorgänger Wolfsburg und Europa-League-Teilnehmer Stuttgart brauchen nach dem Fehlstart mit jeweils zwei Niederlagen dringend die Wende. Die Schwaben finden im Baden-Württemberg-Derby beim SC Freiburg ebenso eine Drucksituation vor wie Steve McClarens «Wölfe» als Gast von Borussia Dortmund. VfL-Star Diego, der wegen einer Knöchelverletzung im Training kürzertreten musste, gab Grünes Licht für einen Einsatz.

Ob Italiens ehemaliger Weltmeister Camoranesi sein Debüt im VfB-Trikot gibt, ist fraglich. Trainer Christian Gross verspricht sich viel von dem Neuen: «Ich spüre, dass er mit Stuttgart unbedingt erfolgreich sein will.» Die Brisanz ist groß: «Das ist immer auch ein bisschen Klassenkampf», sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic. Freiburgs Coach Robin Dutt sagt dem Team aus der Landeshauptstadt einen heißen Tanz voraus: «Wir werden sehr, sehr hungrig sein.»

Mainz 05 und Liga-Rückkehrer Kaiserslautern stehen vor dem Südwest-Derby ebenso mit einer makellosen Bilanz da wie der Hamburger SV (gegen den 1. FC Nürnberg) und Hannover 96, wo trotz der Pokalpleite von Elversberg angesichts zweier Auftakt-Siege Euphorie herrscht. Ein Erfolg über die beim 3:6 gegen Mönchengladbach zuletzt heftig gebeutelte Werkself aus Leverkusen wäre das perfekte Vorab- Geschenk für Coach Mirko Slomka, der am 12. September 43 Jahre alt wird.