New York (dpa) - Stephen Elop ist ein unsteter Geselle. Der neue Mann an der Spitze des finnischen Handyherstellers Nokia hat in fünf Jahren fünf Arbeitgeber gesehen. Ob er es bei Nokia länger aushält, steht in den Sternen. Arbeit gäbe es zuhauf.

Nokia hat den Anschluss bei den boomenden Smartphones verloren. Das soll Elop nun richten. Erfahrung mit dem Handygeschäft hat er allerdings kaum. Den Großteil seines Berufslebens verbrachte der 46 Jahre alte Kanadier in der Software-Branche.

Mitte der neunziger Jahre heuerte er beim Videosoftware-Spezialisten Macromedia an und arbeitete sich bis zum Firmenchef hoch. Insgesamt acht Jahre hielt er es im Unternehmen aus. Danach wechselte er alle ein, zwei Jahre seinen Job - ein Tempo, das zu seinem Hobby passt, dem Eishockey.

2005 schluckte der Rivale Adobe die kleinere Macromedia, Elop kam mit rüber. 2007 zog es ihn dann zum Netzwerkausrüster Juniper, wo er das Tagesgeschäft steuerte, bevor ihn 2008 der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft als Chef seiner wichtigen Geschäftskundensparte verpflichtete.

Microsoft lief damals Gefahr, einen Trend in der Branche zu verpassen: das «Cloud Computing». Dabei liegen Programme zentral auf Großrechnern und werden vom Arbeitsplatz-Computer nur bei Bedarf abgerufen. Das bedeutet einen gewaltigen Umbruch für die ganze Industrie. Elop half mit, dass Microsoft den Anschluss wiederfand.

So ganz nebenbei knüpfte er in der Zeit auch noch Kontakte zu Nokia. Die beiden führenden Unternehmen in ihren Branchen arbeiten bei Software für Handys zusammen. Elop verantwortete das ganze Unterfangen, Microsoft-Software auf Nokia-Handys zu bringen.

Nun soll er Nokia für den Kampf gegen Apples iPhone und Googles Android-Handybetriebssystem fit machen. «Ich bin extrem begeistert», sagte Elop zu seinem Amtsantritt. Wie lange die Begeisterung anhält, wird sich zeigen.