Wiesbaden (dpa) - Nichts ist Deutschen so teuer wie das Wohnen: Privathaushalte geben fast ein Drittel ihrer Budgets dafür aus. Für Lebensmittel wird hingegen nur ein Siebtel der Haushaltskassen aufgewendet.

Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden auf Basis der Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 mit. Mit durchschnittlich 731 Euro und einem Anteil von 33 Prozent waren die Aufwendungen für Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung die größte Position der Konsumausgaben. 14 Prozent ihres Etats von durchschnittlich 2245 Euro im Monat gaben die Deutschen für Ernährung aus, 17,5 Prozent für Verkehr und Nachrichtenübermittlung.

Damit blieb ein gutes Drittel (36 Prozent) für Freizeit, Unterhaltung und Kultur, Gaststättenbesuche, Möbel und Haushaltsgeräte, Bekleidung, Gesundheitspflege und Bildungswesen. «Diese Struktur gilt gleichermaßen im früheren Bundesgebiet wie auch in den neuen Ländern und Berlin-Ost», berichteten die Statistiker.

In absoluten Zahlen besteht allerdings weiterhin ein Gefälle: Das Ausgabenniveau der ostdeutschen Haushalte entsprach mit durchschnittlich 1857 Euro im Monat rund 80 Prozent des Niveaus der westdeutschen (2333 Euro). Allerdings hatten die Haushalte in den neuen Ländern auch deutlich niedrigere verfügbare Einkommen von 2328 Euro monatlich - westdeutschen Haushalten standen im Durchschnitt 3111 Euro zur Verfügung.

Zusätzlich zum Konsum fallen bei den Haushalten auch Ausgaben beispielsweise für Versicherungsbeiträge und Kreditzinsen an. Hierfür wendeten sie im Jahr 2008 bundesweit im Durchschnitt 408 Euro auf. 312 Euro legten die Privathaushalte jeden Monat auf die hohe Kante.

Insgesamt hatten die Privathaushalte in Deutschland 2008 ein verfügbares Einkommen von durchschnittlich 2965 Euro im Monat. Dabei hatten Angestelltenhaushalte durchschnittlich 3551 Euro im Monat zur Verfügung, Arbeitslosenhaushalte 1213 Euro.