Stuttgart (dpa) - Nirgendwo sonst in Deutschland brummt die Wirtschaft wieder so wie in Baden-Württemberg. Im ersten Halbjahr 2010 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preisbereinigt um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu.

Das teilte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Carmina Brenner, am Freitag in Stuttgart mit. Auf Platz zwei landete das Saarland (plus 4,9 Prozent), auf Rang drei Rheinland-Pfalz (plus 4,5 Prozent).

Am geringsten legte die Wirtschaftsleistung nach Angaben der Statistiker in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu (plus 0,6 Prozent). Damit lagen diesen Länder weit unter dem bundesweiten Wert. In Deutschland legte das BIP real, also um die Teuerung bereinigt, um 3,1 Prozent zu. Dabei fiel das Wachstum in den alten Bundesländern mit 3,2 Prozent kräftiger aus als in den neuen Bundesländern (2,2 Prozent).

In Baden-Württemberg wird der Aufwärtstrend vor allem von der Erholung der im Krisenjahr 2009 stark gebeutelten Industrie getragen. Im ersten Halbjahr 2010 übertrafen die Auftragseingänge das Vorjahresergebnis um 29 Prozent. Dabei war der Export wichtigster Wachstumsmotor. Im vergangenen Jahr hatte Baden-Württemberg mit dem stärksten Konjunktureinbruch in der Geschichte des Landes zu kämpfen.