Berlin (dpa) - Die meisten Geschäfte nehmen einer Stichprobe zufolge kaputte Energiesparlampen nicht zurück. Auch ein Jahr nach dem Start des Glühlampen-Verbots bieten demnach lediglich neun Prozent der Läden eine Rücknahme der quecksilberhaltiger Energiesparlampen.

So heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) vom Freitag. «Zwei Drittel der Geschäfte verweigern die Rücknahme komplett. Das ist eine Bankrotterklärung der unverbindlichen Vereinbarungen zwischen dem Bundesumweltministerium und dem Handel», kritisierte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Die DUH untersuchte die Rücknahmebereitschaft von Discountern, Drogerieketten sowie Bau- und Elektromärkten und führte Testbesuche in 88 Filialen großer Handelsketten durch. Deutschland zähle beim Recycling zu den Schlusslichtern in Europa. Ein Grund seien die wenigen kommunalen Sammelstellen, monierte die Umwelthilfe. Umso wichtiger sei es für den Verbraucher, ausgediente Energiesparlampen in den Geschäften abgeben zu können, die diese auch verkaufen.

Schlusslichter der Untersuchungen seien die Drogerieketten Rossmann, Drospa und dm sowie die Discounter Lidl und Aldi. In keiner der untersuchten Filialen dieser Ketten konnten Energiesparlampen zurückgegeben werden. Etwa jede vierte Filiale von Elektro-, Bau-, Supermärkten und Kaufhäusern war erst bei direkter Nachfrage bereit, kaputte Energiesparlampen zurückzunehmen. Die Umwelthilfe fordert daher eine verbindliche gesetzliche Regelung.

Die Energiesparlampen sind aufgrund des Quecksilbergehalts nicht ganz ungefährlich. Die Umwelthilfe empfiehlt daher laut früheren Angaben, zerstörte Lampen luftdicht in einem Schraubglas zu verpacken. Außerdem sollte man die Wohnung für eine halbe Stunde verlassen und die Fenster weit öffnen. Damit sich das Quecksilber nicht verteilt, werden die Scherben besser nicht mit einem Staubsauger beseitigt.