Düsseldorf (dpa) - Anhaltender Trend oder anstehende Wende? Nach fünf Spieltagen steht die Bundesliga weiter Kopf. Statt der vermeintlichen Titelfavoriten aus München, Leverkusen, Schalke und Bremen rangieren Außenseiter wie Spitzenreiter Mainz, Hannover und Freiburg im oberen Tabellendrittel.

Dem Aufstand der Fußball-Zwerge wollen die Arrivierten an diesem Wochenende ein Ende bereiten. Vor allem Rekordmeister FC Bayern brennt vor dem Duell mit Tabellenführer Mainz auf die Rückkehr zu alten Machtverhältnissen. «Jetzt sind wir wieder voll dabei», befand Nationalspieler Thomas Müller nach dem Sieg gegen Hoffenheim und stellte weitere Erfolgserlebnisse in Aussicht: «Mainz hat die bessere Form, aber wir haben den besseren Kader.»

Die von vielen Fachleuten prognostizierte Zweiklassen-Gesellschaft mit den zahlungskräftigen Clubs auf der einen und den finanzschwachen Vereinen auf der anderen Seite ist beim Blick auf die Tabelle nicht erkennbar. Ausdruck der schrillsten Bundesliga-Ouvertüren der vergangenen Jahre ist die Tabellenführung der Mainzer.

Fünf Siege in fünf Spielen haben dem Überraschungsteam viel Respekt eingebracht. Der Reifeprüfung seiner Himmelsstürmer sieht Thomas Tuchel mit großer Vorfreude entgegen. «Ich habe ein gutes Gefühl», sagte der Coach voller Hoffnung, «dass wir uns auch gegen die größte Hausnummer im deutschen Fußball trauen zu zeigen, wie weit wir sind».

Einziges Team, das die Mainzer Spaßfußballer am sechsten Spieltag vom «Platz an der Sonne» verdrängen kann, ist Borussia Dortmund. Das setzt allerdings einen Sieg beim FC St. Pauli voraus. Nach dem besten Ligastart der Vereinsgeschichte und dem Sprung auf Rang zwei geht die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp mit Rückenwind in die Partie.

In den bisherigen Auswärtspartien in Stuttgart und Gelsenkirchen (beide 3:1) schlug sich der BVB bravourös. Die Euphorie der Fans soll dem Team nicht den Blick auf das Wesentliche verstellen. «Wir stehen in der Pflicht zu beweisen, dass wir das, was um uns herum passiert, richtig einordnen können», sagte Klopp.

Es passt in das Bild von der verrückten Bundesliga, dass die Partien zwischen Schalke und Mönchengladbach sowie Bremen und Hamburg Krisenduelle sind. Trotz des ersten Saisonerfolgs in Freiburg steht der FC Schalke noch immer am Tabellenende. Ein Sieg über den wankenden Leidensgenossen aus Mönchengladbach, der in den vergangenen vier Partien 16 Gegentreffer kassierte, ist für den Revierclub Pflicht. Trainer Felix Magath will an dem neuen, schon in Freiburg praktizierten System mit einem «echten» Spielmacher und zwei Spitzen festhalten: «Dieses Ausrichtung liegt der Mannschaft besser. Wir werden so weiterspielen.»