Energie Analyse: Der Kampf um den Atomdeal beginnt erst

Berlin (dpa) - Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis klar ist, was der am Sonntagabend angesteuerte Atomdeal für die angeschlagene Koalition bedeutet. Auf jeden Fall dürfte es für Schwarz-Gelb schwierig werden, daraus politisch Kapital zu schlagen.

Auch setzt die Regierung auf Risiko: Würde das Bundesverfassungsgericht später das Atompaket kippen, der Gesichtsverlust wäre enorm.

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Am Sonntag um 11.00 Uhr hatten die Verhandlungen im Kanzleramt begonnen. Regierungschefin Angela Merkel (CDU) zog sich mit Finanzminister Wolfgang Schäuble, Norbert Röttgen (Umwelt) und Rainer Brüderle (Wirtschaft) zurück. Gut drei Stunden brüteten sie über Papieren und Szenarien, die die Wasserträger vorbereitet hatten.

Die Fachleute hatten die 17 deutschen Meiler in drei Gruppen einsortiert. In Gruppe eins die alten, kleinen Meiler Brunsbüttel, Isar 1, Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1 - ihnen könnte als erstes die Abschaltung drohen, weil sie sich wegen der neuen Atomsteuer und Kosten für die Nachrüstung aus Sicht der Versorger nicht mehr rechnen würden.

In der zweiten Gruppe die älteren, aber deutlich größeren AKW Biblis A und B, Unterweser und Krümmel - auch sie wurden von den Konzernen mit Fragezeichen in Sachen Wirtschaftlichkeit versehen.

In der dritten Gruppen die jungen Meiler Grafenrheinfeld, Gundremmingen B und C, Philippsburg 2, Grohnde, Brokdorf, Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 - sie gelten als Perlen im Kraftwerkspark und würden besonders von der Laufzeitverlängerung profitieren.

Am Nachmittag begann dann die «Elefantenrunde». FDP-Chef Guido Westerwelle und CSU-Parteiboss Horst Seehofer fuhren ins Kanzleramt - aber nicht durch die Haupteinfahrt, wo knapp 2000 Umweltschützer mit Vuvuzela-Tröten ohrenbetäubenden Lärm veranstalteten.

  • Quelle dpa
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