Frankfurt/Main (dpa) - Frankreich zittert vor der nächsten Blamage, Portugal fürchtet den Verfall zur Schießbude - nur auf der Insel dreht sich vor dem zweiten Großkampftag in der EM-Qualifikation alles um Frauen statt Fußball.

Nach dem Fehlstart gegen Weißrussland steht die «Grande Nation» in Bosnien-Herzegowina gehörig unter Druck. «Wir brauchen einen Sieg, um doch noch gut aus den Startlöchern zu kommen. Mehr noch als das braucht aber der gesamte französische Fußball diesen Sieg», sagte Trainer Laurent Blanc.

Bei einem erneuten Fehltritt müsste die «Equipe tricolore» die Hoffnungen auf das direkte Ticket für die Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine wohl frühzeitig begraben. «Jedes Qualifikationsspiel ist wichtig. Aber durch unsere Auftakt-Niederlage ist diese Partie noch bedeutender geworden», meinte Blanc.

Bayern-Star Franck Ribery fehlt weiterhin wegen seiner Verbandssperre, dafür kehrt Karim Benzema nach überstandener Knöchelverletzung zurück. «Ich bin bereit, für Frankreich zu kämpfen. Ich will spielen und werde jedes Opfer bringen», verkündete der Offensivmann von Real Madrid.

Während die Franzosen ihre Sturmmisere beheben wollen, richtet Portugal nach dem Auftakt-4:4 gegen Zypern den Blick auf die Defensive. «Wir müssen besonders in der Abwehr kompakter sein», forderte Ricardo Carvalho vor dem Gastspiel in Norwegen. Auch ohne den verletzten Stürmerstar Cristiano Ronaldo wollen sich die Portugiesen für den Stotterstart rehabilitieren. «Wir werden uns von diesem Rückschlag erholen», versprach Mittelfeldspieler João Moutinho, «ein Sieg wäre sehr gut für unsere Moral.»

Die mit einem 2:1-Sieg gegen Island gestarteten Hausherren rechnen sich gegen den Favoriten jedoch einiges aus. «Das wird das härteste Match seit langer Zeit. Aber ich glaube, wir holen drei Punkte», sagte Norwegens Angreifer John Carew. «Wir können Portugal schlagen und werden alles geben», versprach Kapitän Brede Hangeland.

Trotz etlicher Probleme hofft Ottmar Hitzfeld mit der Schweiz auf einen Coup gegen England. «Es wäre natürlich ein Traum, diesen Gegner zum Start zu bezwingen», sagte der frühere Bayern-Coach vor dem Qualifikationsauftakt der Eidgenossen. Die Erwartungen sind groß, denn nach dem Vorrunden-Aus bei der WM hat die Hitzfeld-Truppe einiges gutzumachen. «Nach einem Jahr Rumpel-Fußball müssen Hitzfelds Jungs endlich Feuer zeigen», forderte das Boulevardblatt «Blick».