London (dpa) - Nach den anhaltenden Krawallen in England drohen zum Saisonstart in der Premier League am Wochenende Spielabsagen. Am Donnerstagmorgen berieten die Verantwortlichen der beiden Topligen über das weitere Vorgehen.

Unter den Betroffenen waren die Meinungen geteilt. Tim Cahill vom FC Everton sprach sich am Donnerstag für eine Absage aus. «Der Fußball kann die Ereignisse dieser Woche nicht ignorieren», sagte der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler. «Wir müssen uns klarmachen, dass es nur ein Spiel ist und dass in diesem Land derzeit eine Menge traurige Dinge passieren.»

Der Australier Cahill, der 2004 zum FC Everton in die Premier League kam, soll laut Spielplan in der ersten Runde mit seinem Club an der White Hart Lane im Londoner Stadtteil Tottenham gastieren. Dort hatten die Ausschreitungen am Montag begonnen. Clubbesitzer und Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone sprach sich hingegen ungeachtet der brisanten Lage für eine Austragung der Spiele aus. «Mit einer Absage würde man ein schreckliches und falsches Signal setzen», so der 80-Jährige.

Allein in London, seit Montag Ausgangspunkt der Krawalle zwischen Polizei und meist jugendlichen Randalierern, stehen am Samstag drei Premier-League-Partien auf dem Programm. Dazu gehören das Duell zwischen den Tottenham Hotspurs mit dem ehemaligen Hamburger Rafael van der Vaart und Everton sowie das Liga-Comeback der Queens Park Rangers mit ihrem schillernden Besitzer Ecclestone an der Loftus Road gegen die Bolton Wanderers.