Madrid (dpa) - Raúl liebt die Schalke-Fans und will die Fußball-Bundesliga weiter mit seinen Toren verzaubern. Der 34 Jahre alte Superstar aus Spanien, dessen Kontrakt bis zum Saisonende läuft, fühlt sich in Deutschland wohl und hat einen Wechsel abgelehnt.

«Ich werde meinen Vertrag erfüllen», sagte Raúl in einem Interview mit der spanischen Nachrichtenagentur EFE und äußerte sich nach seinem zuletzt nur verhaltenen Torjubel fast überschwänglich. «Die Zuneigung, die mir von den Fans entgegengebracht wird, ist speziell und unvergesslich. Ich fühle mich hier wie in meinem Haus. Man hat mir tonnenweise Sachen geschenkt. Die Leute auf Schalke, die Fans, haben mir die Energie gegeben, weiter Fußball auf Profi-Niveau zu spielen», sagte Raúl nach einem Gespräch mit Schalkes Manager Horst Heldt und seinem Berater.

Heldt begrüßte das Treuebekenntnis. «Diese Klarheit war wichtig, weil wir das Thema nun abschließen und uns alle wieder auf unsere wichtigste Aufgabe konzentrieren können: gemeinsam sportlich erfolgreich mit dem FC Schalke 04 zu sein», erklärte der Manager auf der Internetseite des Clubs.

Am Samstagabend, einen Tag vor der Partie in Mainz, gab es die Dreierunterredung zwischen Heldt, Raúl und dessen Berater - mit dem erwarteten Resultat: Raúl bleibt. «Wir sind alle froh, dass wir das Kapitel beenden können», sagte Heldt im TV-Sender Sky und berichtete auch über ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Raúl und Trainer Ralf Rangnick, in dem mit hoher Wahrscheinlichkeit womögliche Irritationen über die Positionierung von Raúl im Team-Gefüge Thema waren. Alles scheint aufgearbeitet, das Thema Wechsel ist passé.

Der Spanier sprach Schalke gar eine Liebeserklärung aus. «Es gibt Fotos von meinem Leben auf Schalke, die jetzt schon zu den besten meiner Profi-Karriere gehören - und das nach nur einem Jahr Aufenthalt», erklärte er mit Blick auf den DFB-Pokalsieg im Berliner Olympiastadion, den Feiern mit den Fans in Gelsenkirchen und dem Einzug in das Champions-League-Halbfinale nach der Gala gegen Inter Mailand. «Das waren besondere Abende», unterstrich der erfolgreichste Torjäger der Europapokal-Geschichte.

Raúl, vor einem Jahr vom spanischen Rekordmeister Real Madrid gekommen, war zuletzt beim 0:2 in der Europa-League-Qualifikation in Helsinki geschont worden. Das hatte Wechselspekulationen angeheizt. «Jeder kann da etwas anderes hineininterpretieren, aber ich habe mit dem Trainer gesprochen und habe etwas verschnauft, um meine spezielle Arbeit zu machen», erklärte Raúl.

Eine Anfrage der Blackburn Rovers hatte er abgelehnt, auch Paris St. Germain und der FC Malaga sollen Interesse gehabt haben. Mit Trainer Ralf Rangnick gebe es keine Probleme. Die Beziehung zum Nachfolger von Felix Magath, der Raùl geholt hatte, sei «gut, korrekt und professionell - so wie es zwischen einem Spieler und einem Trainer sein sollte».