London (dpa) - Großbritannien will der Gewalt und Gesetzlosigkeit auf den Straßen die Stirn bieten. Premierminister David Cameron will prüfen, ob Streittätern der Zugang zu Internetdiensten wie Twitter und Facebook verwehrt werden kann.

«Wir werden nicht zulassen, dass eine Kultur der Angst auf unseren Straßen herrscht und wir werden alles tun, was nötig ist, um Recht und Ordnung wiederherzustellen und unsere Stadtviertel aufzubauen», sagte Cameron bei einer Sondersitzung des britischen Parlaments in London.

Einen Einsatz von Soldaten im Kampf gegen Gewalt auf den Straßen Englands hält der Premier nicht für das richtige Mittel. Es sei zwar seine Pflicht, Möglichkeiten zu prüfen, wie die Armee die Polizei entlasten könne. Dies werde er auch tun. Er selber sei jedoch nicht dafür.

Der Londoner Polizeichef Tim Godwin habe zu ihm gesagt, er wolle lieber als einziger Mensch alleine bei Scotland Yard sitzen und alle Mitglieder seiner Verwaltung auf die Straße schicken, bevor er um Hilfe der Armee bitte, sagte Cameron. «Das ist die richtige Einstellung und ich teile sie.»

«Das Parlament steht heute Schulter an Schulter, vereint gegen den Vandalismus und die Gewalt, die wir auf unseren Straßen gesehen haben», sagte Oppositionsführer Ed Miliband. Damit sicherte er Cameron Unterstützung zu, der eine Politik der harten Hand gegen die Randalierer ankündigte. Zigtausende Menschen unterzeichneten eine Internet-Petition an die Regierung und forderten, dass Randalierer und Plünderer ihr Recht auf Sozialhilfe verlieren sollten.

«Wir werden nicht zulassen, dass eine Kultur der Angst auf unseren Straßen herrscht und wir werden alles tun, was nötig ist, um Recht und Ordnung wiederherzustellen und unsere Stadtviertel aufzubauen», sagte Cameron.

Auf Maßnahmen, wie den tiefgreifenden sozialen Problemen in Großbritannien beizukommen ist, wollte sich Cameron nicht festlegen lassen. «Wir haben nicht die eine passende Antwort.» Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in Großbritannien nach offiziellen Angaben bei fast 20 Prozent.