Atlanta (dpa) - Der Schock über das vorzeitige Aus saß tief beim Titelverteidiger - doch vom verpassten Cut bei der US PGA Championship will sich Deutschlands Golfstar Martin Kaymer nicht aus der Bahn werfen lassen.

«Mein nächstes Turnier spiele ich Anfang September in der Schweiz. Ich bin mir sicher, dass die Zuschauer dort einen anderen Martin Kaymer erleben werden», kündigte der Rheinländer an, nachdem er beim letzten Major des Jahres in Georgia ebenso wie US-Superstar Tiger Woods die Qualifikation für die beiden Schlussrunden verpasst hatte.

«Ich habe bis zum Ende gekämpft. Wenn es nicht läuft, dann läuft es eben nicht. Es ist nur bitter, da es das letzte wirklich wichtige Turnier des Jahres ist, aber nichts für mich zusammenging», sagte Kaymer. Mit fünf über Par und 145 Schlägen (72+73) war der Weltranglisten-Dritte auf dem geteilten 76. Rang in Johns Creek bei Atlanta gelandet und hatte den Cut um einen Schlag verpasst.

Noch schwächer präsentierte sich Woods. Der viermalige Gewinner der US PGA Championship landete mit zehn über Par (150-77+73) auf Rang 116 und scheiterte erstmals bei diesem Turnier am Cut. «Ich fühle Wut, Frustration und Enttäuschung, dass ich es nicht geschafft habe», sagte die auf Rang 30 abgerutschte einstige Nummer eins. Die Führung eroberten mit 15 Schlägen weniger die US-Profis Jason Dufner (135-70+65) und Keegan Bradley (135-71+64). Die Verfolgerschar von 23 Konkurrenten liegt innerhalb von fünf Schlägen auf der Lauer. Jeder hat noch eine Chance auf den Siegerscheck von 1,4 Millionen Dollar.

Kaymer gehört nicht dazu. «Gestern und heute lief gar nichts zusammen. Die zweite Runde war einfach zu schlecht», gab er zu. In der Hitzeschlacht bei bis zu 36 Grad Celsius kam Kaymer mit dem schwierigen Platz erneut nicht zurecht. Auf Loch 10 gestartet, fiel er mit fünf Bogeys und nur einem Birdie auf seinen ersten neun Löchern schon zu weit zurück. «Ich werde das Ergebnis in den kommenden Tagen intensiv analysieren und an meinen Fehlern arbeiten. Ich bin froh, dass ich nun meinen lange geplanten Urlaub antreten kann, um Kraft zu tanken», kündigte er an.

Eine Denkpause scheint nötig. Nach seinem Sensationserfolg 2010 mit dem ersten Major-Titel seiner Karriere in Whistling Straits/Wisconsin war der Jung-Millionär ab März acht Wochen die Nummer eins. Aber seit seinem Saisonauftaktsieg zuvor in Abu Dhabi zeigt die Tendenz nach unten. Vier Top-Vier-Plätze, aber auch der vierte verpasste Cut im April beim US Masters, Rang 39 bei der US Open und Rang zwölf bei der British Open zählen wie Rang 29 in der Vorwoche beim Invitational in Ohio zu den Rückschlägen.

Der 14-malige Major-Sieger Woods wird sogar bis November pausieren müssen. Bei dem misslungenen Comeback nach 14-wöchiger Verletzungspause hätte er unter die Top 25 kommen müssen, um das Saisonfinale mit den Playoffs der mit 35 Millionen Dollar dotierten FedExCup-Serie zu erreichen.