Dubrovnik (dpa) - Zum Abschluss seiner Balkanreise besucht Außenminister Guido Westerwelle heute das Kosovo. Er ist der erste hochrangige EU-Politiker, der sich seit der Eskalation des Grenzkonflikts der jüngsten Balkanrepublik mit Serbien ein Bild von der Lage vor Ort macht.

Vor zwei Wochen war es zu gewaltsamen Ausschreitungen an zwei Grenzposten gekommen, bei denen ein kosovarischer Polizist getötet wurde. Seitdem werden die umstrittenen Grenzposten von der internationalen Schutztruppe KFOR kontrolliert.

In der Auseinandersetzung geht es um Handelsblockaden und Zollfragen. Das Kosovo ist seit 2008 ein unabhängiger Staat, Serbien will ihn aber unter keinen Umständen anerkennen. Die Bevölkerung im Norden des Landes ist zu 90 Prozent serbisch. In der EU gibt es keine einheitliche Haltung in der Kosovo-Frage. Von den 27 Mitgliedern haben nur 22 die Unabhängigkeit anerkannt, darunter Deutschland.

Die unter EU-Vermittlung laufenden Gespräche zwischen Serbien und Kosovo sind unterbrochen. Westerwelle will in der kosovarischen Hauptstadt Pristina dafür werben, dass sie wieder aufgenommen werden. Zudem will er einen der umstrittenen Grenzposten besuchen. Die ersten Stationen der dreitägigen Balkanreise Westerwelles waren Montenegro und Kroatien.

Informationen des Auswärtigen Amts zum Kosovo