London (SID) - Juliane Schenk hat ihre erste Medaille bei Badminton-Weltmeisterschaften sicher. Die Vize-Europameisterin feierte im Viertelfinale in der Londoner Wembley Arena einen 21:9, 21:11-Sieg gegen die Weltranglistenfünfte Tine Baun und revanchierte sich damit eindrucksvoll für die Niederlage im EM-Finale von Manchester. Nach gerade einmal einer halben Stunde war die Begegnung beendet.

"Jetzt ist alles möglich", sagte Schenk nach dem Match: "Ich bin heute aufgewacht und hatte von der Medaillenfeier geträumt." Bundestrainer Jakob Høi ging sogar noch einen Schritt weiter: "Juliane gewinnt die hier Goldmedaille."

Im Halbfinale trifft die Weltranglistenneunte Schenk am Samstag (18.30 Uhr MESZ) auf die zwei Plätze höher eingestufte Shao Chieh Cheng. Die Taiwanesin hatte in der Runde der letzten acht Teilnehmerinnen überraschend die topgesetzte Chinesin Shixian Wang ausgeschaltet. "Sie ist ja eine halbe Chinesin und spielt absolut auf Topniveau", sagte Schenk mit Blick auf die Partie am Samstag.

Da Platz drei bei den Weltmeisterschaften nicht ausgespielt wird, hat die 28 Jahre alte Sportsoldatin der Bundeswehr die Bronzemedaille bereits sicher. Es ist das dritte Edelmetall für den Deutschen Badminton-Verband (DBV) bei einer Individual-WM, nachdem Huaiwen Xu (2005/2006) und Petra Overzier (2006) jeweils bereits Bronze gewonnen hatten.

Sechsmal standen sich Schenk und Cheng bereits gegenüber. Die Bilanz spricht mit vier Siegen für die Asiatin, die ihren letzten Sieg gegen Schenk im vergangenen Jahr im WM-Achtelfinale gefeiert hatte.

Das letzte Duell entschied allerdings die Deutsche für sich. Bei den All England Open in Birmingham hatte sich die gebürtige Krefelderin, die für den deutschen Meister SG EBT Berlin aufschlägt, klar durchgesetzt.

Schenk startete furios in die Partie gegen ihre drei Jahre ältere Gegnerin, hechtete sogar nach aussichtslosen Bällen und produzierte kaum eigene Fehler. Dabei war Baun bislang ihre Angstgegnerin. Die letzten vier Duelle hatte die 1,81 Meter große Skandinavierin für sich entschieden. Schenk hatte dagegen nur einmal triumphiert, als sie 2002 von einer Verletzung ihrer Kontrahentin profitierte.