Toronto (dpa) - Andrea Petkovic sucht weiter nach dem richtigen Tennis-Rezept für Spiele gegen Agnieszka Radwanska.

Vor einer Woche musste sich Deutschlands Tennis-Star bei ihrer Halbfinal-Niederlage gegen die Polin in Carlsbad/Kalifornien mitten im Match wegen eines verdorbenen Mittagessens übergeben. Am Freitagabend warf sie beim Viertelfinal-Aus von Toronto mehrfach wütend ihren Schläger weg und schrie ihren Frust heraus, weil sie gegen Radwanska nicht die passenden Mittel fand. Einmal wollte Petkovic vor Wut sogar am liebsten in die Netzkante beißen.

«Ich habe wieder was gelernt für das nächste Match gegen sie», meinte Petkovic nach der 4:6, 3:6-Niederlage. «In Carlsbad habe ich besser gegen sie gespielt als heute. Diesmal wollte ich sie einfach überpowern - und das war der falsche Ansatz», resümierte die Darmstädterin.

Viermal hat die Weltranglisten-Zehnte gegen die zwei Positionen hinter ihr geführte Krakauerin gespielt, viermal konnte sie anschließend die Koffer packen - so auch diesmal. Dabei waren ihre Chancen auf einen Turniersieg bei der mit 2,05 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Veranstaltung zumindest auf dem Papier so gut wie lange nicht. Von den neun in der Weltrangliste vor Petkovic rangierenden Spielerinnen waren bis auf die viertplatzierte Weißrussin Victoria Asarenka bereits alle ausgeschieden. Der Wimbledonsiegerin Petra Kvitova aus Tschechien hatte Petkovic im Achtelfinale höchstpersönlich eine Abfuhr erteilt.

Dennoch lag die 23-Jährige gegen Angstgegnerin Radwanska zu Beginn schnell 0:3 hinten, kämpfte sich jedoch zurück ins Match und konnte zum 3:3 ausgleichen. Ausgerechnet mit ihrem ersten Doppelfehler ermöglichte sie ihrer Gegnerin einen Satzball, den Radwanska konsequent nutzte. Die Osteuropäerin verblüfft derzeit viele Experten. Sie verfügt weder über einen harten Aufschlag noch über sehr druckvolle Grundlinienschläge. Aber sie bringt fast jeden Ball zurück - und die Gegnerin somit zur Verzweiflung. «Gegen Agnieszka gibt es immer lange Ballwechsel. Da musst du echt drauf hinarbeiten, um einen Punkt zu erzielen», erklärte Petkovic.

Als sie im zweiten Satz ihren Aufschlag zum 1:3 abgab, ließ sich Radwanska diesen Vorteil nicht mehr nehmen. Im Halbfinale von Cincinnati könnten sich beide wieder gegenüberstehen. Bis dahin dürfte Petkovic die Niederlage verdaut haben.

WTA-Ergebnisseite