Frankfurt/Main (dpa) - Die Automesse IAA hat weit mehr Besucher angezogen als erwartet. «Wir werden - diese Schätzung können wir heute schon abgeben - am Ende dieser IAA mehr als 900 000 Besucher zählen. Wir erwarten damit ein Plus von mindestens 7 bis 10 Prozent Besuchern gegenüber der IAA 2009».

Das sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), am Freitag in Frankfurt. Das Besucherinteresse liege deutlich über den Erwartungen. Die Messe endet am Sonntag. Schwerpunkt der IAA unter dem Motto «Zukunft serienmäßig» sind neue Technologien von Hybrid- bis zu Elektroautos. «Von ihr gingen - gerade in diesen Zeiten unruhiger Finanzmärkte - starke Signale der realwirtschaftlichen Stabilität und des automobilen Wachstums aus», betonte Wissmann.

Die Autoindustrie habe gezeigt, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht hat, betonte Wissmann. Die 64. IAA setze starke Zeichen mit mehr Ausstellern, mehr Fläche, mehr Weltpremieren und mehr Besuchern als 2009. Die «Faszination Auto» sei ungebrochen, gerade auch bei jungen Menschen, zeigte sich Wissmann überzeugt. Mit 35 Jahren war der Durchschnittsbesucher ein Jahr jünger als bei der letzten IAA. «Die Begeisterung für iPhone und iPad und die Begeisterung für das Auto sind keine Gegensätze.»

Zu den wesentlichen Trends der Messe sagte der VDA-Präsident: «Premium ist weiter auf dem Vormarsch.» Dabei seien die deutschen Hersteller mit einem Weltmarktanteil von 80 Prozent führend. Zudem halte das Interesse an sportlichen Wagen sowie sparsamen Motoren an.

Trotz der sich zuspitzenden Schuldenkrise und der wachsenden Rezessionsängste gehe von der IAA ein klares Signal aus, sagte Wissmann: «2011 wird ein hervorragendes Automobiljahr.» Alle Unternehmen seien zufrieden, die Auftragsentwicklung sei sehr stabil.

Man könne jedoch nicht erwarten, dass das Wachstum im gleichen Tempo wie in den vergangenen beiden Jahren weitergehe. Das Wachstum werde sich verlangsamen: «Wir gehen nicht euphorisch in das Jahr 2012, aber doch mit einem realistischen Blick, der nicht von einem Absturz ausgeht. Wir rechnen, nach allem was wir hier in Frankfurt sehen, nicht mit einer Rezession.» Allerdings dürfe es nicht zu extremen externen Schocks kommen.

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