Manchester (SID) - Fußballprofi Owen Hargreaves hat nach seiner langen Leidenszeit infolge einer Knieverletzung schwere Vorwürfe gegen seinen Ex-Klub Manchester United erhoben. Der frühere Münchner, der nach Vertragsende in dieser Saison zum Stadtrivalen Manchester City wechselte, sei von der medizinischen Abteilung des Rekordmeisters wie ein "Versuchskaninchen" behandelt worden.

Die Verletzung des Mittelfeldspielers, die später als schwere Form einer Sehnenentzündung diagnostiziert wurde, sei bei United anfangs mit Spritzen behandelt worden. "Mir wurde damals gesagt, dass ich schnell wieder fit sein würde, aber ich kam nicht mehr auf die Beine. Meine Sehne hat sich nie wieder erholt. Sie sagten mir, meine Sehne wäre in Ordnung, aber sie fühlte sich an, als sei sie aus Glas", sagte der 30-Jährige, der seinen Einstand bei ManCity am Dienstag im Ligapokal gegen Birmingham City (2:0) mit einem Tor gekrönt hatte.

Hargreaves, der 2007 für 25 Millionen Euro von den Bayern zu United gewechselt war, kritisierte auch ManU-Teammanager Alex Ferguson. Sein Ex-Trainer soll ihn im vergangenen November gegen die Wolverhampton Wanderers aufgestellt haben, obwohl Hargreaves ihn über eine Verletzung informiert hatte. "Ich bin mit zwei Muskelverletzungen ins Spiel gegangen. Ich hatte mir vorgenommen, nicht zu sprinten. Ich weiß, das klingt komisch. Ich habe versucht, 45 Minuten zu spielen, habe aber nicht mal fünf ausgehalten", sagte der ehemalige Nationalspieler, der in vier Jahren bei United gerade einmal auf 39 Einsätze kam.

Ferguson reagierte gelassen auf die Vorwürfe. "Meine medizinischen Mitarbeiter sind einer der Gründe, wieso Manchester United in den letzten Jahren so erfolgreich war. Daran habe ich keine Zweifel. Wir haben großartige Mediziner und Sportwissenschaftler", sagte Ferguson auf einer Pressekonferenz am Freitag. Dennoch werde der Verein noch eine offizielle Stellungnahme zu dem Thema herausgeben.

Bei seinem neuen Klub fühlt sich Hargreaves in guten Händen. "Die Leute hier haben bislang großartig gearbeitet. Ich bin seit drei Wochen hier, und man kann den Unterschied bereits sehen. Ich wusste, dass es noch geht. Es musste nur richtig angegangen werden", sagte der in Kanada geborene Engländer.