New York (dpa) - Die UN-Vollversammlung ist das Parlament der Vereinten Nationen. Nach dem Protokoll rangiert sie über dem Sicherheitsrat der 15 ausgewählten Nationen, wenn auch der Rat mit dem Vetorecht seiner fünf ständigen Mitglieder de facto weit mächtiger ist.

«Alle Mitglieder der Vereinten Nationen sind in der Vollversammlung repräsentiert», heißt es in der UN-Charta. «Jede Nation, reich oder arm, groß oder klein, hat eine Stimme.» Gerade kleinere Länder nutzen das oft, um mit den großen Staaten Klartext zu reden. Allerdings wird das zuweilen auch missbraucht, wenn Staatenblöcke ideologisch motivierte Entscheidungen durchdrücken.

Die Generaldebatte findet einmal im Jahr statt. Mitte September treffen sich die Abgesandten der 193 Mitgliedsstaaten, hinzu kommen Beobachter wie der Vatikan oder die Palästinenser. Immer öfter reisen Staats- und Regierungschefs nach New York. Jedes Land hat 15 Minuten Rederecht - zu welchem Thema auch immer.

Denkwürdig waren Auftritte von Sowjetführer Nikita Chruschtschow, der einen Schuh auszog und angeblich damit aufs Pult klopfte. Oder Palästinenserführer Jassir Arafat, der mit Revolverholster an der Seite und Olivenzweig 1974 vor der Vollversammlung sprach. Vor zwei Jahren redete der damalige libysche Diktator Muammar al-Gaddafi nicht 15, sondern fast 100 Minuten. Der Versammlungspräsident Ali Abdussalam Treki wagte nicht, ihn zu stoppen - Treki ist selber Libyer.

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