Tel Aviv (dpa) - Die israelischen Sicherheitskräfte sind vor dem erwarteten Antrag von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas auf UN-Vollmitgliedschaft in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden.

Die Streitkräfte hätten angesichts möglicher Unruhen Verstärkungen in das Westjordanland entsandt, berichtete die Zeitung «Haaretz» am Freitag. Es werde nicht ausgeschlossen, dass Palästinenser und israelische Siedler aneinandergeraten könnten.

Allerdings gebe es keine konkreten Hinweise auf geplante Gewaltaktionen. Die israelische Seite gehe davon aus, dass die Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde in der Lage sein würden, etwaige palästinensische Demonstrationszüge von israelischen Siedlungsgebieten im Westjordanland fernzuhalten, schrieb die Zeitung weiter.

«Die Führung der Palästinensischen Autonomiebehörde und ihre Sicherheitskräfte haben kein Interesse daran, dass Proteste außer Kontrolle geraten», zitierte die Zeitung einen ranghohen israelischen Offizier.

Es werde auch nicht ausgeschlossen, dass Extremisten unter den israelischen Siedlern Palästinenser angreifen und so gewaltsame Auseinandersetzungen auslösen könnten. «Wir versuchen, mit Rabbinern und Führern (der Siedler) in Kontakt zu kommen, aber niemand beantwortet unsere Telefonanrufe», habe der Offizier mitgeteilt.

Die radikalislamische Hamas habe für Freitag zu einem «Tag des Zorns» im Westjordanland aufgerufen, aber es werde bezweifelt, dass sie über ausreichend Unterstützung verfüge. Die Hamas beherrscht seit 2007 den Gazastreifen. Im Westjordanland, wo die Palästinensischen Autonomiebehörde und die Fatah von Abbas regiert, ist sie schwach.