Berlin (SID) - Der äthiopische "Wunderläufer" Haile Gebrselassie hat vor dem Start des 38. Berlin-Marathon am Sonntag einen neuen Weltrekord in Aussicht gestellt. "Alles ist möglich", sagte der viermalige Berlin-Gewinner, der 2008 in der deutschen Hauptstadt die immer noch gültige Marathon-Bestmarke von 2:03:59 Stunden gelaufen war. Im April unterbot der Kenianer Geoffrey Mutai in Boston mit 2:03:02 Stunden zwar seine Marke, doch wurde die Zeit wegen der abschüssigen Strecke und zu starkem Rückenwind vom Weltverband IAAF nicht anerkannt.

Für Gebrselassie, zweimaliger Olympiasieger, mehrmaliger Weltmeister und früherer Weltrekordler über 5000 und 10.000m, hat bei seinem Comeback auf der Marathon-Distanz allerdings nicht den fünfte Berlin-Erfolg oberste Priorität, sondern die erfolgreiche Qualifikation für Olympia 2012 in London. "Die Zeit ist wichtiger als der Sieg", sagte Gebrselassie: "Die Goldmedaille in London ist Jedermanns Traum. Als ich mit dem Marathon angefangen habe, hatte ich zwei Ziele: Den Weltrekord und den Olympiasieg. Eins davon ist noch übrig."

Im vergangenen Jahr hatte der Ähiopier nach seinem Ausstieg beim Marathon in New York überraschend seinen Rücktritt erklärt, wenige Tage später aber eine Kehrtwende vollzogen und seine Karriere fortgesetzt.

Stärkster Gegner des Ausnahmeläufers ist Vorjahressieger Patrick Makau. Der Kenianer hatte 2010 bei miserablen Wetterbedingungen in 2:05:08 Stunden den angepeilten Weltrekord nur um gut eine Minute verpasst.

Bei den Frauen gehen mit Weltrekordlerin Paula Radcliffe und der deutschen Irina Mikitenko, 2008 und 2009 beste Marathonläuferin der Welt, ebenfalls zwei Hochkaräter an den Start. Insgesamt nehmen in Berlin knapp 70.000 Läufer teil, allerdings mehr als die Hälfte auf kürzeren Distanzen.